Archive for the 'Visualisierung' Category

Kennen Sie Prezi?

Prezi ist cool. Ein interaktives Präsentationstool, das mit virtuellen Postern arbeitet, die das große Ganze zeigen genauso wie auch die Details. Also alles auf einmal – auf einem großen virtuellen Poster, das man in einem Editor erstellt.

Das Präsentationsprinzip ist einfach. Der Ersteller legt ein Grunddesign mit Rahmen und Überschriften an, füllt es mit Inhalten, Bildern etc. und stellt Abhängigkeiten und Zusammenhänge her. Wenn das alles steht, definiert man einen Präsentationspfad durch das Poster. Ein skalierbarer Zoom fährt entlang des vorher definierten Pfades Schritt für Schritt durch die Präsentation. Wie über eine visuelle Landkarte: Erstmal zeigt man das Big Picture und seine Bestandteile, dann geht man hier oder da in die Einzelheiten.

Das erzeugt, neben Aufmerksamkeit für die Inhalte, auch viel Spaß und Energie im Publikum. Gleichzeitig entstehen ganz neue Möglichkeiten der kreativ-spielerischen Darstellung von Komplexität, Abhängigkeiten und Zusammenhängen.

Ein „Must Try“ für alle, die es ganzheitlich lieben: www.prezi.com.

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Visuelle Kommunikation im Change Management

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Im Speziellen bezeichnet Visualisierung den Prozess, sprachlich oder logisch nur schwer formulierbare Zusammenhänge in visuelle Medien zu übersetzen, um sie damit verständlich zu machen. Weiterhin wird Visualisierung eingesetzt, um einen bestimmten Zusammenhang deutlich zu machen, der sich aus einem gegebenen Datenbestand ergibt, der aber nicht unmittelbar deutlich wird.“ (Wikipedia)

Visualisierung ist ein von seiner Bedeutung her stark wachsendes Thema. Das hängt damit zusammen, dass wir in allen Lebensbereichen mit zunehmend komplexen Situationen konfrontiert werden. Begleitet durch die mediale Vernetzung stehen uns in Summe immer dichtere Informations- und Datenmengen zur Verfügung und die zentrale Frage ist stets dieselbe:

Wie vermitteln wir diese Komplexität? Wie können wir die Kernaussage sichtbar und verständlich machen?

Visualisierung und Komplexität

visualize_businessnetwork2Komplexität und Dichte verständlich darzustellen ist eine zentrale Aufgabe von Visualisierung. Daher sind in den letzten Jahren weltweit immer mehr visuelle Ansätze und Verfahren entwickelt worden.

Allein im Bereich funktionale Visualisierung haben die Experten von www.visualcomplexity.com mehr als 650 Ansätze zusammengetragen.  Darunter dutzende Darstellungsformen  für die Visualisierung von Netzwerken z.B. im Bereich Knowledge, Business oder Soziale Kontakte.

Darstellungsformen in Changeprozessen

Auch in Unternehmen und speziell in Veränderungsprozessen treffen wir auf eine Praxis, wo Visualisierung immer häufiger auf genau diese Weise eingesetzt wird: nämlich zur verständlichen Darstellung von komplexen Sachverhalten. Ich will mich hier auf die Ansätze konzentrieren, die ich in der Praxis von Veränderungsprozessen erfolgreich selber eingesetzt oder beobachtet habe.

Zuerst einmal lassen sich aus meiner Beobachtung drei Hauptstränge unterscheiden:

  1. Illustrative Visualisierung: meist per Hand gezeichnete Bilder, die Anleihen aus Illustration, Piktogramm, Comic u.ä. individuell zusammenführen. Als Beispiel die Visualisierung einer Meetingsituation, die so eine zweite Ebene von Beobachtung und Reflexion eröffnet.visualrecorder
  2. Grafikdesign: meist durch Agenturen konzipierte Lösungen, die der Bildsprache von Marketing und Werbung verpflichtet sind springende-fische
  3. Toolgestützte Visualisierung: wird im Computer nach Dateneingabe erzeugt. Vor allem durch den Siegeszug des Internets sind viele neue kreative Ansätze jenseits von Excel-Graphen entstanden. Manches ist auch sehr gut außerhalb des Web einsetzbar. – Beispiel „Wordcloud“ von www.wordle.net. Hier gefüttert mit dem Text von Obamas Antrittsrede. Das Ergebnis zeigt sehr plakativ die sprachlichen Schwerpunkte von Obamas Rede.

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Nutzen von Visualisierung in der Change Kommunikation

Doch der Nutzen von Visualisierung im Change geht über die Reduktion von Komplexität weit hinaus. Die unterschiedlichen Formen von Visualisierung spielen eine zunehmend zentrale Rolle in der Change Kommunikation. Auf der einen Seite als Kommunikationsmedium – auf der anderen Seite als bewußt eingesetzte Intervention.

Je nach Einsatz lassen sich viele der folgenden Aspektze in ihrem Nutzen kombinieren. Und dann entfaltet Visualisierung auch all Ihre Kraft:

  • Orientierung
  • Appell
  • Auflockerung
  • Reflexion/Spiegelung
  • einfacher Zugang zu Emotionen, nicht-rationale Ansprache
  • Formulierung schwieriger oder tabuisierter Themen
  • Kombination mit Humor
  • spielerisch-kindliche Ansätze zur Erzeugung von Leichtigkeit in schwierigen Themen

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Auswahl an  Beispielen in Stichworten

Auf Veranstaltungen, Großgruppenkonferenzen, Tagungen, Workshops. Wird in Fachkreisen als „Visual Facilitation“ bezeichnet. Beinhaltet verschiedene Möglichkeiten: Interaktiv mit dem Publikum, als eigener Visualisierungs-Workshop oder begleitend, kontrastierend, kommentierend.

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Für Diagnoseprozesse: Einbeziehung vieler Mitarbeiter über Workshops, Ergebnisse zusammenführen und von Illustrator ausführen lassen, Review durch Mitarbeiter und Korrekturmöglichkeiten, dann Entwurf finalisieren – Visualisierung ist Status Quo und kann als Startdiskussion z.B. ein Worldcafe eröffnen- hier anhand der Visualisierung Dialog entfachen: Wie ist es aktuell? was ist gut, was ist nicht so gut? – wie müsste es sein? Auf Grundlage der visualisierten IST-Situation (Beispiel s.u.) können auch unangenehme Themen mit Humor und Leichtigkeit angesprochen werden.

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Prozessvisualisierung (als Alternative zu ARIS-EPK´s): Prozesslandkarten sind auch für Laien verständlich, würden aber, angereichert mit einer kreativen Visualisierungsidee, sehr viel anziehender und attraktiver daherkommen. Schwieriger wird es da schon bei EPK´s: Von Fachleuten für Fachleute entwicklet, werden EPK´s, mangels Alternativen, immer wieder eingesetzt, um neue Prozesse auch allgemein zu kommunizieren. Nun ist eine EPK eine Visualisierungsform, die vom Betrachter Einiges abverlangt an Übung, Lernbereitschaft und logischem Abstraktionsvermögen. Manchmal scheitert es einfach an diesem Abstraktionsvermögen, das viele Zeitgenossen schlichtweg nicht so weit ausgebildet haben wie die Prozessexperten (haben wirklich nicht alle! also wenn Sie sich mal nicht verstanden fühlen bei einer Prozessschulung: es könnte daran liegen, dass Ihren Zuhörern einfach dieses Abstraktionsvermögen fehlt… schon mal drüber nachgedacht?)

Sehr gute Erfahrungen haben wir bei der Kommunikation von Prozessen in die Breite mit folgenden Lösungen gemacht: Bildgeschichten geshootet im Büroalltag (wie Bravo-Fotolovestory), reduziert auf die zentralen Prozessschritte oder auch als Lernclip mit Rahmen-Story und comicartigem Männchen für Kommentare, Erläuterungen etc

So werden Prozesse erlebbar, können leicht auf den Arbeitsalltag übertragen werden und mögliche Widerstände werden allein schon über die Darstellungsform reduziert, die sich an den Standards und der Bildwelt des Büroalltags orientiert. Einwände und Argumentationen können in die Darstellung direkt mit einbezogen werden.

(Beispielbilder gerade nicht verfügbar)

Visual Clips: Umsetzung z.B. als Comicstrip, einfache Animation oder Mediaclip zur Verbreitung über Intranet, Internet, CD-Rom oder auch zur Präsentation auf Veranstaltungen. Bestens auch geeignet, um ganze Geschichten zu erzählen (Visual Storytelling) oder schwierige Themen einfach zu erklären.

Bsp. aus YouTube: Was ist ein Wiki?

Klassische Visualisierung wie wir sie aus Marketing und Werbung kennen: Beispiele aus der Kommunikation rund um Reorganisationen

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Fazit

Ich glaube, Visualisierung spielt schon heute eine zentrale Rolle in der Change Kommunikation. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass Menschen gerade in Veränderungssituationen oft sehr emotional agieren. visual_transformVisuelle Kommunikationsformen bieten den Menschen einen Resonanzboden mit sehr niedrigen Schwellenwerten. Das heißt, Schlüsselbotschaften können sehr leicht aufgenommen werden. Identifikationsangebote entstehen – Themen und Menschen setzen sich in Bewegung.

Das schaffen natürlich auch andere Kommunikationsformen, die auf der Sinnesebene arbeiten und die sich gut in Kombination oder als Ergänzung zu visuellen Formen anbieten … aber das ist ein Thema für einen neuen Artikel… etwa über „Emotionen und Wahrnehmung im Change“. Dazu ein andermal mehr 🙂

Mich würden Ihre Erfahrungen und Ergänzungen interessieren. Fragen, Anregungen, Feedback sowieso 🙂


Netzwerk Change Kommunikation

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Michael Kucht von changekomm

Michael Kucht begleitet seit vielen Jahren Strategie- und Changeprozesse. In diesem Blog teilt er Beobachtungen, Wissen und Erfahrungen.
Change Kommunikation ist ein interdisziplinärer Ansatz, verstanden als Fortsetzung der Internen Kommunikation und Führungskommunikation mit den Mitteln des Change Managements.

www.changekomm.de

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