Archive for the 'Social Media' Category

Change und die Macht der Netze – Ein Beispiel

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Das Internet verändert die Welt. Ein interessantes Beispiel ist die Beteiligungs-Plattform Change.org. Nach eigenen Angaben die größte Petitionsplattform der Welt.

Wer meint, das sei nur was für Geeks (Computerfreaks), findet unter den aktuellen Petitionen etwa eine von DGB-Chef Sommer oder von profamilia. Sie wie alle anderen treibt die Möglichkeit ins Web, innerhalb kürzester Zeit eine virale Welle lostreten und auf diese Weise Druck aufbauen und Einfluss ausüben zu können.

Das sagt Change.org über sich selbst:

Derzeit nutzen über 25 Millionen Menschen aus 196 Ländern unsere Plattform. Jeden Tag starten Menschen Kampagnen auf Change.org und verändern so ihr Umfeld – auf lokaler, nationaler und globaler Ebene.

Wir leben in aufregenden Zeiten. Die Chance, dank digitaler Vernetzung einen Unterschied zu machen, ist heute größer als je zuvor. Bisher erforderte es viel Zeit, Geld und eine aufwändige Infrastruktur, um Menschen hinter einem Anliegen zu versammeln. Doch die digitalen Medien vernetzen uns stärker als je zuvor.

Jeder Mensch besitzt heute die Möglichkeit, eine eigene Kampagne zu starten, eine große Anzahl von Unterstützern zu mobilisieren und Regierungen und Unternehmen stärker in die Verantwortung zu nehmen. ​

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diesen grundlegenden Wandel zu beschleunigen, indem wir es so einfach wie möglich machen, sich für Veränderung einzusetzen. Und indem wir zeigen, was möglich ist, wenn man aufsteht und Missstände anspricht.

Wir arbeiten an einer Welt, in der niemand machtlos ist und in der es Teil des täglichen Lebens ist, sich für Veränderung einzusetzen. Wir fangen gerade erst an, und wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!

Was lernen wir durch diese Plattform? Das Thema Social Web interessiert und die Masse der privaten und professionellen User nutzt die bestehenden Möglichkeiten. Nicht zuletzt deswegen hatte man bei einem der letzten G8-Gipfel gar Facebook-Gründer Zuckerberg eingeladen, vermutlich um zu verstehen, wohin die Entwicklung gehen wird. Denn dass das Internet das Potential besitzt, selbst Staaten ins Wanken zu bringen, wissen wir seit dem arabischen Frühling.

Ebenso relevant ist es für Unternehmen, die Macht der Netze zu verstehen und zu nutzen. Richtig mobilisiert und genutzt kann digitale Vernetzung zu einem wertvollen Hebel in Innovation, Unternehmensentwicklung und Change werden. Employee Engagement genauso wie Customer Engagement heißen die Zauberworte. Ignoriert man diese Entwicklungen, wird man sich zukünftig vermutlich auf die eine oder andere Überraschung einstellen müssen.

Medien- und Methodenmix: Die Trends von Heute und Morgen

Wir hatten Sie nach Ihren Vorlieben und Erfahrungen beim Medien- und Methodeneinsatz gefragt und eine Online-Umfrage verlinkt. Danke für Ihre zahlreiche Teilnahme! Hier die Zusammenfassung Ihrer Ergebnisse:

So sieht es HEUTE aus:

Beim Medieneinsatz dominiert der Onlinekanal vor Printmedien. Das Event liegt als Klassiker der emotionalen Kommunikation noch immer ganz vorne. Methoden und Formate aus der Organisationsentwicklung, wie Großgruppenkonferenzen, haben sich bereits heute durchgesetzt (z.B. Worldcafe oder Open Space). Ein aktueller Trend ist die Arbeit mit Visualisierern.

Und das sind die TRENDS von MORGEN:

die Zukunft liegt im gesunden Mix aus interdisziplinären Medien und Methoden, wobei insbesondere die interaktiven Onlinemedien und in der Face2Face-Kommunikation die Dialogformate stark zulegen werden.

FAZIT:

Involvierung, Beteiligung und Dialog als zentrale Erfolgsfaktoren, multipliziert mit dem Potential des Web 2.0, halten schrittweise aber mittlerweile deutlich sichtbar Einzug in unsere Unternehmen.

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Die Detailergebnisse auf einen Blick zusammengefasst:

  • Welche Medien setzen Sie aktuell in der Change Kommunikation ein? – 1. Intranet, 2. Email-Newsletter, 3. Mitarbeiterzeitung, 4. Flyer/Broschüren und Newsletter Print, 5. Interaktive Onlinemedien
  • Welches Medium wird in Zukunft dominieren? – Interaktive Onlinemedien werden deutlich zulegen, wobei ein ausgewogener Medienmix weiter von Bedeutung ist
  • Ihr erfolgreichstes interaktives Medium? – Onlinepolling
  • Welche Formate nutzen Sie in der Live-/Face2Face Kommunikation? – 1. Event, 2. Konferenz sowie Informationsveranstaltung, 3. Dialogformate
  • Welche Formate werden in der Live-Kommunikation in Zukunft dominieren? – Dialogformate
  • Ihr erfolgreichstes Format in der Livekommunikation? – Worldcafe und weitere Großgruppenformate, Workshops und Infomessen
  • Welche Methoden und Instrumente setzen Sie aktuell in der Change Kommunikation ein? – 1. Visualisierung, 2. Qualitative Interviews, 3. Worldcafe, 4. Openspace, 5. Lernlandkarten sowie Storytelling

Atos Origin will Mitarbeitern die E-Mail abgewöhnen

Auf der Suche nach Modellen für „Next Generation Companys“ spielen flexiblere Arbeitsformen, biologische Organisationsmodelle und die Intelligenz großer Gruppen eine Rolle. Während viele Unternehmen noch darüber nachdenken, ob, auf welche Weise und in welchen Ausmaßen Social Media hier Nutzen bringen kann, sind andere schon weiter.

Social Media sind mittlerweile aus der Marktkommunikation nicht mehr wegzudenken, vieles steckt aber noch in den Kinderschuhen. In der Internen Kommunikation haben sich Social Media noch nicht wirklich durchgesetzt. Mehr oder weniger ernst zu nehmende Experimente sind hier zu beobachten.

Aufmerksam macht da folgende Nachricht, die vor wenigen Tagen über den Heise-Ticker lief:

Der französische IT-Dienstleister Atos Origin will seinen Mitarbeitern das Schreiben von E-Mails abgewöhnen.

„Die Masse der E-Mails, die wir im Berufsleben verschicken und erhalten, ist nicht mehr akzeptabel. Manager verbringen 5 bis 20 Stunden pro Woche damit, sie zu lesen oder zu schreiben“, erklärte Atos-Chef Thierry Breton am Montag in Paris. Innerhalb von drei Jahren soll die interne Kommunikation umgestellt werden, sodass ganz auf E-Mail verzichtet werden kann. An deren Stelle sollen bessere Kommunikationsmittel treten. „Bei Atos Origin haben wir beispielsweise Kollaborations-Werkzeuge und Social-Community-Plattformen, um uns über Ideen auszutauschen und bei Themen auf dem Laufenden zu bleiben“, sagte Breton laut einer Mitteilung des Unternehmens.

„Wir produzieren Daten von einem gewaltigen Ausmaß“, erklärte Breton. „Das beeinträchtigt unser Arbeitsumfeld und greift auch auf das Privatleben über.“ Im vergangenen Jahr hätten die 78.500 Mitarbeiter des Unternehmens täglich im Schnitt 200 E-Mails erhalten; davon waren 18 Prozent sogenannte Spam-Mails. Mitarbeiter des mittleren Managements verbrächten ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit der Suche nach Informationen. Erste Ergebnisse direkterer Kommunikationswege zeigten, dass die Zahl der E-Mails um bis zu 20 Prozent verringert werden könne.

Interessante Neuerscheinung: Exploring Internal Communication

Zu aktuellen Trends und Herausforderungen der Internen Kommunikation ist in diesem Blog mehrfach geschrieben worden.
Das am 15. Juli 2010 in England von Kevin Ruck veröffentlichte Buch „Exploring Internal Communication“ dokumentiert genau diese Entwicklung, zeigt den aktuellen Stand und weist Perspektiven auf.

Die Inhalte im Überblick:

Exploring Internal Communication is a general introduction to the fast developing fields of internal communication and employee engagement. It is relevant to people currently working in these areas, from either a corporate communication or human resources background and also to operational managers seeking a better understanding of internal communication. From the outset the book takes the view that internal communication and employee engagement are closely linked.

1) Organisational culture – Donna McAleese

This chapter provides an overview of organisational culture. Internal communication is a function that takes place within organisations, so this is where the theoretical focus starts. Culture impacts on how internal communication is practised and internal communication can, and does, impact on culture. Organisational culture is defined and Schein’s Model of Culture Analysis is reviewed. The chapter also discusses culture change and culture as a management tool.

2) Management: from command and control to the edge of chaos – Kevin Ruck

This chapter provides an overview of management theories, such as systems theory and chaos and complexity theory. It takes the reader on a journey from command and control approaches to the edge of chaos. This provides internal communicators with the knowledge to contextualise communication, but more importantly enable internal communicators to employ communication techniques that support the changes that organisations undertake.

3) Communication theory – Kevin Ruck

This chapter provides a basic background for understanding communication in its broadest sense. Theories discussed include attribution theory, social exchange theory and cognitive dissonance theory. An understanding of communication theory is fundamental for people working in internal communication, as it is often too easy to forget how a briefing or a video might be received and answer the “what is in it for me” question of the employee.

4) Employee engagement – Kevin Ruck

This chapter explores employee engagement and the discussion covers the report for the UK government on this topic that was produced in 2009. Drivers and enablers for employee engagement are reviewed and the link between engagement and performance is analysed. Further links to theories of social and communication capital are made and the concept of communication constituting organisation is introduced.

5) Rethinking internal communication – Mary Welch

This chapter debates the nature of internal communication and defines it in terms of four dimensions: line management; team peer; project peer and internal corporate communication. It concentrates on the fourth of these dimensions which relates to communication between senior managers and employee stakeholders. It argues for a stakeholder approach and presents the Internal Communication Matrix, an analytical tool which may help in strategic analysis, planning and evaluation.

6) Research and analysis – Paul Noble

This chapter is a guide on conducting research and analysing the situation. This is an important aspect of internal communication that is often neglected. The chapter introduces communication audits as the starting point for all communication campaigns and continues with a more detailed discussion of research methods. This includes a section on primary research with useful pointers on how to prepare questionnaires and conduct interviews and focus groups.

7) Creativity, strategic thinking and planning – Kevin Ruck

This chapter focuses on planning models and includes a brief review of creative problem solving, setting objectives, targeting employee groups and strategic thinking. The emphasis in the chapter is on identification of the real problem or situation and the development of relevant, measurable communication objectives. Much of the strategic planning process follows from the time taken to complete these steps.

8 ) Tone of voice – Ellen Hake

This chapter looks at tone of voice. Not only does the internal tone of voice need to match external communications, it should also reflect the desired culture of the organisation. The chapter includes six key steps to effective communication; focus on the audience, set a clear goal, use the right tone, use words that have a clear meaning, find the right structure, and adapt to the medium.

9) Social media and enterprise 2.0 – Francesco Furnari

This chapter reviews current thinking in using social media for internal communication and the development of Enterprise 2.0. The chapter explores thinking about social media and the way it is changing both internal communication and the organisation. A converged media approach is introduced that combines the written/spoken word with visual and experiential approaches.

10) The role of the internal communicator – Ann Pilkington

This chapter suggests a role for internal communication practitioners as transformational leaders in organisations. Some management commentators maintain that most projects fail to deliver promised outcomes due largely to faulty communication. Seen in this light, internal communication will become increasingly important in the next decade and the role of internal communicators as business partners is explored.

Wenn Sie sich für diese Themen interessieren, sind bestimmt auch folgende Blogartikel was für Sie:

Interne Kommunikation: “Change” ist Business-Alltag

Interne Kommunikation in Deutschland: Beobachtungen eines Amerikaners

Aktuelle Tendenzen in der Internen Kommunikation

Wer in Unternehmen für Change Kommunikation verantwortlich ist

Hierarchie und Netzwerkbildung: Interview Prof. Kruse

Interne Kommunikation in Deutschland: Beobachtungen eines Amerikaners

Der in Brüssel lebende Amerikaner Mike Klein hat in den letzten Wochen eine Rundreise durch die deutsche Kommunikations-Szene gemacht. Dabei hat er eine ganze Reihe von Gesprächen geführt. Seine Sicht auf die Interne Kommunikation in Deutschland hat er in einem Artikel zusammengefasst und in Melcrums InternalCommsHub veröffentlicht. Melcrum ist das weltweit führende Netzwerk für Interne Kommunikatoren und internationaler Meinungsführer.

Der Blick von Außen ist für uns ungewohnt aber durchaus interessant.

Establishing the internal communication function in Germany

For a country that has long been the world’s leading exporter and home to numerous global corporations, Germany has never been seen as a source of leading-edge internal communication thinking or a treasure trove of best practice. Mike Klein details the country’s journey from late bloomers to soon-to-be leaders of the function.

Hier gehts zum Artikel.

Aktuelle Tendenzen in der Internen Kommunikation

Wir befinden uns in einer Zeit des Übergangs. In solchen Zeiten wird Selbstverständliches in Frage gestellt und Neues taucht auf. Entwicklungen werden beschleunigt. Und am Ende ist vieles nicht mehr so, wie es mal war. Das gilt für Staatensysteme, Organisationen, Individuen etc. Das gilt auch für die Interne Kommunikation.

Die Interne Kommunkation verzeichnet schon seit Jahren einen Zuwachs an Verantwortlichkeiten und Bedeutung. Damit ist ein spürbarer Wandel der Disziplin eingeleitet: Eine Verschiebung von Print Richtung Online, die immer wichtiger werdende Face-to-face Kommunikation, rasant steigender Kommunikationsbedarf durch immer neue Change-Themen.

Konsequenz in der Internen Unternehmens-Kommunikation: der interne Markt braucht immer weniger interne Redaktionen – und immer mehr Business Partner und Interne Berater in der Kommunikation.

Rasante Entwicklungen in den Unternehmen, eine unsichere Zukunft in einigen Branchen sowie Kostenzwänge  haben neue Perspektiven auch für die Arbeit der Internen Kommunikation aufgezeigt. Sicher nicht immer alles so erfreulich, was sich da tut, aber es tut sich was in Deutschland – und im Rest der Welt sowieso.

Hier ein paar Trends, die mir besonders aufgefallen sind:

  1. Trend: Die Internen Kommunikatoren vernetzen sich via Twitter, Facebook etc. über Deutschland hinaus. Sie erhalten einfachen und kostenfreien Zugriff auf internationale Trends, Wissen und Erfahrungen. Das Lernen von und der Austausch mit der internationalen Community wird die Entwicklung hierzulande beschleunigen.
  2. Trend: Die Akzeptanz von Social Media wächst explosionsartig an: Interaktionen jenseits von Macht und Hierarchie stellen bereits heute etablierte Kommunikationsformen in Frage. Wo stehen wir hier in 2, in 5 oder 10 Jahren? Welche Rolle will die Interne Kommunikation dabei spielen? Einsteigen und die Vorteile nutzen? Wie mit Risiken und „unerwünschten“ Nebenwirkungen umgehen?
  3. Trend: Change Kommunikation etabliert sich zusehends. Die Begleitung von Veränderungsprozessen erfordert spezifische Kommunikationsformen und -stile jenseits der Routine. Das ist erkannt und wird weiter professionalisiert.
  4. Trend: Die international stark wachsende Employee Engagement-Community wird von Kommunikatoren entdeckt. Interaktive Kommunikationsformate face-to-face oder medial stecken dahinter: Wichtige interdisziplinäre Bausteine für Change Management, Mitarbeiterzufriedenheit, Orientierung in komplexen Situationen  u.a.
  5. Trend: Die Konsequenz aus allem: Das ehemals zentrale Medium der Internen Kommunikation, die Mitarbeiterzeitung, verliert weiter an Bedeutung. Kostenintensiv, leider zu wenig gelesen, in der Aktualität den Onlinemedien einfach unterlegen.

Was meinen Sie: wo geht es hin? Sehen Sie noch andere Tendenzen? Auf jeden Fall eine spannende Zeit und interessante Entwicklungen, dia auf Gestalter warten. Wo sind die Pioniere unter Euch?

Nachtrag: Diese Entwicklungen werden aktuell auch an anderer Stelle thematisiert. In den letzten Tagen aufgefallen sind mir:

Kennen Sie Prezi?

Prezi ist cool. Ein interaktives Präsentationstool, das mit virtuellen Postern arbeitet, die das große Ganze zeigen genauso wie auch die Details. Also alles auf einmal – auf einem großen virtuellen Poster, das man in einem Editor erstellt.

Das Präsentationsprinzip ist einfach. Der Ersteller legt ein Grunddesign mit Rahmen und Überschriften an, füllt es mit Inhalten, Bildern etc. und stellt Abhängigkeiten und Zusammenhänge her. Wenn das alles steht, definiert man einen Präsentationspfad durch das Poster. Ein skalierbarer Zoom fährt entlang des vorher definierten Pfades Schritt für Schritt durch die Präsentation. Wie über eine visuelle Landkarte: Erstmal zeigt man das Big Picture und seine Bestandteile, dann geht man hier oder da in die Einzelheiten.

Das erzeugt, neben Aufmerksamkeit für die Inhalte, auch viel Spaß und Energie im Publikum. Gleichzeitig entstehen ganz neue Möglichkeiten der kreativ-spielerischen Darstellung von Komplexität, Abhängigkeiten und Zusammenhängen.

Ein „Must Try“ für alle, die es ganzheitlich lieben: www.prezi.com.

Interne Kommunikation: “Change” ist Business-Alltag

Change ist nicht mehr Ausnahmesituation oder Sonderfall. Change ist heute Business-Alltag. Unternehmen befinden sich im permanenten Wandel. Es gibt kaum noch Phasen der Konsolidierung. Nichts scheint mehr wirklich verlässlich.

Wenn heute fast alles Change ist, dann ist Kommunikation, die in diesem Kontext stattfindet, Change Kommunikation. Frage: Ist unsere Kommunikation für diese Aufgabe ausgelegt? Haben wir die organisatorischen Rahmenbedingungen, das Wissen, die Tools und die Haltung, die wir dafür brauchen? Haben wir eigentlich verstanden, dass Kommunikation mehr ist als die Summe der Medien, die durch die Kommunikationsabteilung herausgegeben werden? Interne Kommunikation ist auch: Führungskraft zu Führungskraft. Führungskraft zu Mitarbeitern. Mitarbeiter zu Mitarbeiter. Peer zu Peer. usw.

Um aus dieser perspektive hier nur mal eine der Herausforderungen in der Internen Kommunikation herauszugreifen:

Wie gehe ich dann in schwierigen Zeiten mit Gerüchteküche, Flurfunk, Buschtrommeln… oder wie auch immer Sie das nennen… um. Eigentlich ein alter Hut, aber unter den aktuellen Rahmenbedingungen ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor.cafe-kommunikation2

Die Bedeutung des informellen Informations- und Wissensaustauschs steigt in den Unternehmen seit Jahren stetig an. In der Regel Gold wert: im Arbeitsalltag, in heißen Projektphasen oder wenn irgendwo der Standardprozess klemmt. – Also sehr LÖSUNGSMÄCHTIG.

Diese MACHT gesteht man den Informationsbrokern, Netzwerkern und Wissensarbeitern sehr gerne zu, solange man Informationsfluss, Wissenszuwachs und Kreativität ‚braucht‘. In instabilen Unternehmensphasen kann diese ‚Macht der Vielen‘ immer mal wieder zum Zünglein an der Waage werden. Von Unternehmensleitung und Kommunikationsabteilung allerdings nicht immer erbeten. (Lesen Sie im Kontext dazu auch den unten nachfolgenden Blogartikel inkl. ausführlichem Videointerview mit Prof. Kruse.) web20-in-business

Diese Konstellation ist ein wachsender Grundkonflikt, der derzeit alle Unternehmen betrifft: Nämlich der zwischen formaler HIERARCHIE und informellem NETZWERK, also zwischen formaler und informeller Macht. Durch Web 2.0 und andere Entwicklungen wächst die Macht der Netzwerke weiter: die hierarchische Macht wird an mancher Stelle empfindlich getroffen und reagiert mit unterschiedlichen Mitteln. Und natürlich nicht immer adäquat. Dieser Konflikt wird sich weiter zuspitzen, genauso wie die Lösungsdimensionen, die aus dem „Wissen der Vielen“ erwachsen, sich potenzieren. Spannende Zeiten kommen also auf uns zu: Gleichzeitig das Wissen der Vielen nutzen und  die Vorteile von Hierarchien.

-> Führt eine derartige Weiterentwicklung von Unternehmen zu Enterprise 2.0? Wird das die „Lernende Organisation“, wie sie sich Peter Senge erträumt hat?

Aus diesem Blickwinkel ein echtes Schlüsselthema für die Zukunft… Ein guter Lösungsansatz ist in einer Formel enthalten, die, so einfach sie klingen mag, im Unternehmensalltag erst noch eingeübt werden muss. Sie lautet:

Leadership (+) Involvement (=) CoCreating

Für die Kommunikatoren heißt das: Abschied nehmen von der Informationskaskade, also nicht mehr Topdown von Hierchiestufe zu Hierarchiestufe.

Es heißt: Medien- und Eventkommunikation um starke, lösungsorientierte Face-to-Face-Formate zu erweitern. Und all diese Formate in einem strategischen Prozess zu integrieren.

Es heißt,

  • klare, eindeutige Leitplanken zu installieren für Alle („Framing“).
  • Innerhalb dieser Leitplanken den Raum zu öffnen für Interaktion und Dialog („Involvement“).
  • Attraktoren in der Zukunft schaffen, die anziehend und mobilisierend wirken (Visionsarbeit z.B. mit Hilfe von Storytelling und Leadership).

Der Nutzen:

  • Synchronisierung aller Beteiligten.
  • Fokussierung.
  • Praktikable Lösungen werden möglich bis in die hinterste operative Ecke.
  • Vitalisierung des Unternehmens mittels einer gemeinsam getragenen Kultur und eines unverwechselbaren Spirits.

Sie interessiert das, aber Sie verstehen nicht, wie das operativ aussehen kann? Einige Informationen dazu finden Sie auf unserer Website. Sie können uns auch gerne unverbindlich per Mail oder Telefon kontaktieren.

(Nachtrag: Interessant sind auch die Ergebnisse der Change Management Studie 2010 von Capgemini: Mobilisierung der Menschen gilt als wichtigster Erfolgsfaktor.)
Einen anderen Fokus, weil auf Tool-Kommunikation im Web 2.0 beschränkt, aber für die Möglichkeiten der Zukunft interessant, finden Sie in einer Flash Animation von VizEdu. VizEdu greifen die Hypothesen des soeben im MC Kinsey Quarterly veröffentlichten Artikels: “Six Ways To Make Web 2.0 Work” auf.

Mitarbeiter-Kommunikation in unsicheren Zeiten

Sicherheit als Wettbewerbsvorteilwirtschaftskrise_karikatur2

Unsicherheit herrscht insbesondere dann, wenn es keine sichere Basis für Entscheidungen gibt.

Die Wirtschaft, wenn nicht die Welt im Allgemeinen ist im Augenblick voller Unsicherheit. Für viele ist das ein Problem aber ich glaube, es kann auch zum Vorteil werden:

Führungskräfte und Unternehmen, die in Zeiten der Krise Sicherheit vermitteln, werden aus der Menge herausragen. Und das kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.

7 Tipps, um das Verlangen nach Sicherheit zu befriedigen

1. Geben Sie Gewissheit darüber, was Sie wissen und Sicherheit über das, was Sie nicht wissen.
2. Geben Sie Gewissheit über die Werte, denen Sie auch während der globalen Rezession treu bleiben werden.
3. Geben Sie die Gewissheit, dass Kunden und Mitarbeiter Ihre Kernkompetenzen sind. Geben Sie Gewissheit über Ihren Wunsch, mit ihnen zu kommunizieren.
4. Geben Sie Ihrem Team Gewissheit, dass deren Entwicklung nicht während der Rezession stoppt.
5. Geben Sie Gewissheit darüber, wofür Ihr Unternehmen steht.
6. Geben Sie zu, dass Unsicherheit besteht. Und das es eher ein Vorteil als ein Problem ist, wenn man das anerkennt.
7. Machen Sie deutlich, dass in der Bewältigung des Wandels echte Chancen liegen!

Verhalten von Mitarbeitern verstehen

Um diese Sicherheit nicht nur zu vermitteln, sondern wirklich zu verstehen, warum das so große Vorteile bringt, folgende Fakten:

Unternehmen bestehen aus Regeln und Verträgen, Strukturen, Prozessen und Produkten, Kunden und Mitarbeitern. All dieses wird geschaffen von Menschen, um Grundbedürfnisse unterschiedlichster Art zu befriedigen. Je nach Situation werden diese Grundbedürfnisse mehr oder weniger befriedigt.

Ein erfülltes Grundbedürfnis erzeugt Zufriedenheit, ein nicht erfülltes Frustration. In Zeiten der Krise steigt die Gefahr, dass die Frustration zuviel Gewicht erlangt.

Schauen Sie sich das einmal in der Grafik an. Insbesondere die Auswirkungen auf das Verhalten:

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Wenn also eine Situation wie die aktuelle Weltwirtschaftskrise bei den Menschen das Gefühl von „Bedrohung“ oder „Angst“ auslöst, gibt es ab hier zwei Varianten im Verhalten:

  1. Es entstehen Gefühle von Ohnmacht, die passives oder sogar destruktives Verhalten nach sich ziehen.
  2. Das Unternehmen schafft es, einen Diaolog über die Zukunft in Gang zu setzen und vermittelt ein „Gemeinsam schaffen wir das, auch wenn es hart wird“. Das erzeugt Selbstvertrauen, ist ein echtes Identifikationsangebot und lädt dazu ein, die Krise als Herausforderung anzunehmen

Stabilisierende Schwerpunkte in der Kommunikation

Hier liegen die zentralen Herausforderungen für Management und Kommunikation, gemeinsam  auf die richtigen Schwerpunkte zu setzen, wichtige Impulse zu geben und stabilisierende Massnahmen einzuleiten.

Denn wie Eingangs gesagt: Den Mitarbeitern jetzt Sicherheit zu vermitteln, kann sich als echter Wettbewerbsvorteil entpuppen.


Übersetzen

Michael Kucht von changekomm

Michael von changekomm

Michael begleitet seit vielen Jahren Strategie- und Changeprozesse. In diesem Blog teilt er Beobachtungen, Wissen und Erfahrungen.

www.changekomm.de

 

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