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Prinzipien erfolgreicher Veränderungskommunikation

Im Frühjahr ist ein neues Buch über Change Kommunikation erschienen: „Wie erfolgreiche Veränderungskommunikation wirklich funktioniert?!“

Dieses Buch ist in verständlicher Sprache geschrieben. Es ist sinnvoll für den Praktiker bei ausreichender theoretischer Fundierung. Und es ist gleichzeitig Kompendium zum Blättern und Querlesen zu zentralen Themen plus Nachschlagewerk für 60 gängige Kommunikations-Tools. Anschauliche Grafiken und einige Checklisten im Anhang erhöhen den Nutzwert des Buches zusätzlich. Insbesondere für Studenten interessant: das mit Sicherheit umfassendste Literaturverzeichnis zum Thema.

Natürlich ist nicht alles bis ins Letzte ausgeführt und einige Aspekte fehlen aus meiner Sicht ganz. Doch ist es das bislang vollständigste Buch zur aktuellen Diskussion um Kommunikation im Change Management. Als sehr sympathisch empfinde ich auch die Haltung des Autors. Etwa wenn er wiederholt darauf hinweist, dass es keine Patentrezepte gibt, da jeder Change für sich sehr komplex und sehr individuell ist.

Deutlich wird das etwa bei der Vorstellung von 23 Prinzipien erfolgreicher Veränderungskommunikation:

Die Anwendung bestimmter Prinzipien erhöht den Erfolg der Kommunikation. Bei der Kommunikationsplanung können die Prinzipien als Denkanstoß verwendet werden. Nach Abschluss der Planung können sie als Checkliste zur Überprüfung der Robustheit des Kommunikationsplans verwendet werden. Entgegen der gängigen Beschränkung auf sieben Prinzipien stellen wir Ihnen 23 Prinzipien vor… Warum? Weil Sie für erfolgreiche Veränderungskommunikation die Details zu allen 23 Prinzipien – und noch mehr – wissen müssen.

  1. Auf die Situation eingehen
  2. Saubere Analyse zu Beginn durchführen
  3. Maßgeschneidert für jede Zielgruppe
  4. Im Dialog mit den Mitarbeitern
  5. Kernbotschaften formulieren
  6. Gefühl der Dringlichkeit sicherstellen
  7. Erste Erfolge sichtbar machen
  8. Kernbotschaften wiederholen
  9. Nicht zu viel und nicht zu wenig kommunizieren
  10. Frühzeitig informieren
  11. Regelmäßig kommunizieren
  12. Das obere Management nicht aus der Verantwortung lassen
  13. Die weiteren Managementebenen gewinnen/unterstützen
  14. Meinungsführer einbinden
  15. Ausreichend persönliche Kommunikation
  16. Die richtige Maßnahem für das richtige Ziel
  17. „Push“ und „Pull“ einsetzen
  18. „Orchestrierung“ aller Maßnahmen
  19. Konsistenz über Personen und Kanäle
  20. Klarheit der Kommunikation
  21. Glaubwürdigkeit sicherstellen
  22. Inhalt/Wirkung informeller Kommunikation berücksichtigen
  23. Regelmäßig den Status erheben

Sie sollten gute Gründe haben, ein Prinzip nicht zu beachten.

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Was ist eigentlich Change Kommunikation?!

Change Kommunikation ist mehr als nur einschneidende Veränderungen beliebt zu machen. Awareness allein bewegt noch kaum etwas. Menschen sind bequem. Die meisten lieben das, woran sie sich gewöhnt haben. Sich ändern, bedeutet Aufwand. Es genügt nicht, das Ziel des Change-Prozesses den Mitarbeitenden allein durch schöne Worte schmackhaft zu machen. Ruedi Messmer

Change Kommunikation (oder auch Change Communication) entwickelt sich. Und zwar als „shared discipline“. „Shared“ deshalb, weil Change Kommunikation als Teildisziplin sowohl den Gesetzen der Unternehmenskommunikation wie des Change Management folgt. Change Kommunikation ist die Fortsetzung der Internen Kommunikation mit den Mitteln des Change Managements.

Die klassische Interne Unternehmenskommunikation verändert sich gezwungenermaßen. Getrieben durch ihr Umfeld. Denn es geht immer mehr darum, Change adäquat zu begleiten.

Gleichzeitig mehren sich die Rufe nach einheitlichen Standards im Change Management, da es immer noch viele unterschiedliche Ansätze gibt, die nicht immer zusammenpassen. Eine Konsolidierung und Professionalisierung ist absehbar, vielleicht ähnlich, wie sie in den letzten Jahren im Projektmanagement zu beobachten war. Und Kommunikation spielt eine immer wichtigere Rolle im Change Management. Hier schließt sich der Kreis.

Mittendrin entwickelt sich Change Kommunikation auch außerhalb der Unternehmen auf Dienstleisterseite:

  1. Als Angebot von PR-Agenturen, die dieses Feld entdeckt haben
  2. von Seiten der Change- und OE-Berater, die auch Teile der Kommunikation anbieten

Integrierte Anbieter wie changekomm, die beide Seiten zusammenführen, gibt es bislang kaum.

Telling, Selling, Consulting, Co-creating

Doch immer mehr Tools unterstützen und vereinfachen diesen integrierten Ansatz.

Eines möchte ich hier gerne vorstellen. Es ist die Entscheidungsmatrix von Ralph Stacey, Professor für Management und Direktor am Institut für Komplexitätsforschung in Hertfordshire/UK, erweitert von Holger Nauheimer vom Change Management Toolbook.

decisionmatrix-ralph-stacey1

Sie finden die Achsen a) Agreement/Disagreement, die ich mit „Zielkonflikten“ übersetzen möchte, sowie b) Certainty/Uncertainty.

Change Kommunikation arbeitet immer in einem Umfeld, das von a) Zielkonflikten und b) Unsicherheit und Komplexität geprägt ist. Nachfolgend finden Sie die Aufgabenfelder von Change Kommunikation:

Telling ist Informationsmanagement und klassische Führungskommunikation

Selling ist interne PR-Arbeit über Personen und Unternehmensmedien.

Consulting ist einerseits die Unterstützung von Führungsarbeit im Change (Leadership und Coaching). Gleichzeitig gehören zu Consulting aber auch Kommunikationssettings, die einen Rahmen zur Lösungsfindung erst erschaffen. Außerdem die Förderung einer lösungsfreundlichen Kultur.

Co-creating ist die Kunst, Leadership und Gruppenprozesse auf eine Weise zu verbinden, dass die vorhandenen Ressourcen auf optimale Weise aktiviert werden und – statt Widerstand und Orientierungslosigkeit – Leidenschaft und Verantwortlichkeit für die Lösungen erzeugt werden. Großgruppenkonferenzen unterstützen diesen Ansatz am effektivsten.

„Edge of Chaos“ sollte vermieden werden, ansonsten ist das ein Fall für Krisenkommunikation.

Die Aufgabe von Change Kommunikation liegt darin, einen integrierten Prozess zu entwickeln, wo alle diese Elemente so orchestriert werden, dass ein Rahmen für sinnvolle und effektive Lösungen geschaffen wird.

Viele Unternehmen begnügen sich noch mit Telling/Selling oder aber nutzen die vier Elemente unabgestimmt und ohne ein integriertes Verständnis. Die Erkenntnis reift jedoch, das mehr möglich ist.

Und der Bedarf ist ohnehin längst da.


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Michael Kucht von changekomm

Michael Kucht begleitet seit vielen Jahren Strategie- und Changeprozesse. In diesem Blog teilt er Beobachtungen, Wissen und Erfahrungen.
Change Kommunikation ist ein interdisziplinärer Ansatz, verstanden als Fortsetzung der Internen Kommunikation und Führungskommunikation mit den Mitteln des Change Managements.

www.changekomm.de

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