Archive for the 'Change Communication' Category

Kommunikation von Reorganisationen

Ausgehend von einer Studie des Instituts für angewandte Innovationsforschung Bochum titelte die Wirtschaftswoche: „Ständige Veränderungen belasten Vertrauen der Mitarbeiter„. Es geht um Reorganisationen, wie sie seit Jahren zum gelebten Veränderungsalltag gehören. Weiter heisst es:

Ständig ist Bewegung in deutschen Unternehmen, weil es immer noch schneller, noch besser und noch günstiger gehen muss.

An und für sich verständlich, doch permanente Veränderung wirkt sich auch negativ aus. Das zeigt eine Studie des Instituts für angewandte Innovationsforschung Bochum. Die Forscher haben 286 Änderungsprozesse in Unternehmen untersucht und dazu Fach- und Führungskräfte aus den Firmen befragt und wollten wissen, wie sich solche Reorganisationen auf die Belegschaft auswirken.

Zum einen seien die Voraussetzungen für den Wandel zwar gut, weil vielen Befragten die Zukunft des Unternehmens am Herzen liege. Das sagen ganze 89 Prozent der Umfrageteilnehmer. Ist die Reorganisation dann aber umgesetzt, kommt es laut Studie zu schwindendem Vertrauen. Etwa ein Drittel der Befragten gaben an, dass Zusagen von der Unternehmensleitung nicht eingehalten wurden. Außerdem verkauften 90 Prozent der Unternehmen die Ergebnisse der Reorganisation im Intranet, in Mitarbeiterzeitschriften oder in Betriebsversammlungen als Erfolg. Die Mitarbeiter sahen das häufig anders. Denn in 54 Prozent der Fälle akzeptierte die Belegschaft die Veränderungen beziehungsweise deren Ergebnisse nicht. Außerdem gaben 43 Prozent der Befragten an, dass sich ihre Identifikation mit dem Arbeitgeber nach den Reorganisationsprozessen verschlechtert habe.

Gerade in Zeiten, in denen Fach- und Führungskräfte knapp werden und die Unternehmen um die besten Köpfe wetteifern, können sie es sich nicht leisten, dass die Belegschaft das Vertrauen in den eigenen Arbeitgeber verliert.

Das Institut für angewandte Innovationsforschung schlägt deshalb „vertrauensorientiertes Changemanagement“ vor. Dabei sollen die Unternehmen  die Folgen der Veränderung realistisch kommunizieren, das Selbstvertrauen der Betroffenen stärken und keine falschen Sicherheiten vorspiegeln.

Offensichtlich ist: Reorganisationen können deutlich effektiver bewältigt werden als es gängige Praxis ist und die Rolle der Kommunikation ist zentral. Bei großflächigen und umfassenden Reorganisationen setzen wir daher auf einen emotional dichten Change- und Kommunikationsprozess mit authentischer Kommunikation und vor allem Beteiligung der Mitarbeiter und Fürhungskräfte.

Weiterführende Beiträge hier im Blog:

“Kommunikation im Change Management”

Emotion und Anpassung im Change: Ständige Reorganisationen hinterlassen Spuren

“Interne Kommunikation: Fehlende Glaubwürdigkeit”

Visuelle Kommunikation im Change Management

Großgruppenkonferenzen: 5 Erfolgsfaktoren für die Planungsphase

Multisensorische Kommunikation im Change Management

Multisensorische Kommunikation beschreibt eine neue Sichtweise. Die Basisannahmen sind wissenschaftlich fundiert und rücken den Menschen in den Mittelpunkt.

Wir lernen aus der Neuroökonomie: Nicht die Reflexion dominiert uns, sondern unsere Sinne.  Während wir bescheidene 40 Bits auf dem bewussten Radar haben, liegt die Wahrnehmungskapazität unserer Sinne bei beeindruckenden 11 Mio. Bits (11 000 000) – gespeist aus allem, was uns umgibt und begegnet.

Multisensorische Kommunikation ist ein strategischer Ansatz, der auf Basis dieser Fakten die Empfänger/Teilnehmer von Kommunikation mit Ihren Sinnen voll einzubeziehen sucht. Multisensorik spielt im Marketing, aber auch in der Mitarbeiterkommunikation eine immer bedeutendere Rolle.

Für die Change Management Praxis macht es Sinn, vorhandene Erkenntnisse zu nutzen und für das Anwendungsfeld CHANGE zu reflektieren und zu adaptieren:

  1. die neuesten Studienergebnisse der Neuroökonomie,
  2. Best Practice-Beispiele und Insider-Know-how aus der Marketingpraxis,
  3. gezielte Ansprache der einzelnen Sinne und ihre konzeptionelle Vernetzung.

Multisensorische Kommunikation ist Involvement mit allen Sinnen und auf allen Ebenen: Im Marketing sehr stark der Inszenierung einer Marke und der Verführung der Zielgruppe verpflichtet. Im Change Management sollte man dagegen genau hinschauen, dass in schwierigen Unternehmensphasen bei den Menschen nicht hängen bleibt, dass man sie manipulieren wollte. Vielmehr sollte das Ziel sein, Nutzen und Wert einer Veränderung mit allen Sinnen erfahrbar zu machen.

Doch auch im Change geht es in der multisensorischen Kommunikation um Inszenierung und Verführung. Sinnvoll dann, wenn das Ziel ist, menschliches Verhalten hin zu einer besseren oder erfolgreicheren Zukunft hin zu aktivieren. Hier braucht es sensible und Change-erfahrene Konzeptioner, die sich mit dem Faktor Mensch, mit Hürden, Ängsten und Widerständen im Change, sehr gut auskennen.

Beispiele für Einsatzfelder im Change sind z.B.:

  • Inszenierung einer Vision, Erlebbarmachen von Zukunft, die sexy ist.
  • Verführung zu einer Unternehmenskultur, der man gerne angehören möchte.
  • Erleben einer besseren Qualität im Kundenkontakt.
  • Sinnliches Begreifen von Trends (auch z.B. wenn diese von Wettbewerbern besetzt worden sind: „Wakeup call“)

Die multisensorische Praxis zieht Ihren Mehrwert aus der konsequenten Vernetzung von Einzelmaßnahmen. Die gezielte Ansprache der einzelnen Sinne und ihre konzeptionelle Vernetzung über den gesamten Kommunikationsmix ermöglicht die Aktivierung unterschwelliger Reize und hebt bislang ungenutzte Potentiale.

Nun ja, es ist wirklich so: Nicht die Reflexion dominiert uns, sondern unsere Sinne.

Medien- und Methodenmix: Die Trends von Heute und Morgen

Wir hatten Sie nach Ihren Vorlieben und Erfahrungen beim Medien- und Methodeneinsatz gefragt und eine Online-Umfrage verlinkt. Danke für Ihre zahlreiche Teilnahme! Hier die Zusammenfassung Ihrer Ergebnisse:

So sieht es HEUTE aus:

Beim Medieneinsatz dominiert der Onlinekanal vor Printmedien. Das Event liegt als Klassiker der emotionalen Kommunikation noch immer ganz vorne. Methoden und Formate aus der Organisationsentwicklung, wie Großgruppenkonferenzen, haben sich bereits heute durchgesetzt (z.B. Worldcafe oder Open Space). Ein aktueller Trend ist die Arbeit mit Visualisierern.

Und das sind die TRENDS von MORGEN:

die Zukunft liegt im gesunden Mix aus interdisziplinären Medien und Methoden, wobei insbesondere die interaktiven Onlinemedien und in der Face2Face-Kommunikation die Dialogformate stark zulegen werden.

FAZIT:

Involvierung, Beteiligung und Dialog als zentrale Erfolgsfaktoren, multipliziert mit dem Potential des Web 2.0, halten schrittweise aber mittlerweile deutlich sichtbar Einzug in unsere Unternehmen.

——–
Die Detailergebnisse auf einen Blick zusammengefasst:

  • Welche Medien setzen Sie aktuell in der Change Kommunikation ein? – 1. Intranet, 2. Email-Newsletter, 3. Mitarbeiterzeitung, 4. Flyer/Broschüren und Newsletter Print, 5. Interaktive Onlinemedien
  • Welches Medium wird in Zukunft dominieren? – Interaktive Onlinemedien werden deutlich zulegen, wobei ein ausgewogener Medienmix weiter von Bedeutung ist
  • Ihr erfolgreichstes interaktives Medium? – Onlinepolling
  • Welche Formate nutzen Sie in der Live-/Face2Face Kommunikation? – 1. Event, 2. Konferenz sowie Informationsveranstaltung, 3. Dialogformate
  • Welche Formate werden in der Live-Kommunikation in Zukunft dominieren? – Dialogformate
  • Ihr erfolgreichstes Format in der Livekommunikation? – Worldcafe und weitere Großgruppenformate, Workshops und Infomessen
  • Welche Methoden und Instrumente setzen Sie aktuell in der Change Kommunikation ein? – 1. Visualisierung, 2. Qualitative Interviews, 3. Worldcafe, 4. Openspace, 5. Lernlandkarten sowie Storytelling

Noch eine Studie zu Change Kommunikation

Change Kommunikation ist angekommen: In den Unternehmen, die sich ständigem Veränderungsdruck ausgesetzt sehen. In den Beratungshäusern, die diesen Markt bedienen. Und nicht zuletzt in Studien, die nun gehäuft erscheinen und dabei immer wieder den Finger an den Puls und in die Wunden legen.

Nachfolgend einige zentrale Aussagen und Ergebnisse der IFOK-Studie, erschienen zum Jahresende 2010:

Werben und Informieren steht im Vordergrund – Mobilisieren und Beteiligen gewinnt an Bedeutung

Belegschaft informieren, für Akzeptanz werben, Mobilisierung und Aufbruch schaffen sowie Führungskräfte und andere Multiplikatoren zur Kommunikation mit ihren Mitarbeitenden befähigen – das sind die großen Ziele von Kommunikationsmaßnahmen in Veränderungsprozessen.

Auffällig ist dabei, dass Kommunikationsmaßnahmen in erster Linie die Aufgabe erfüllen, Top-Down zu informieren. – Input für Entscheidungen zu erhalten oder gar Mitarbeit bei Lösungen zu initiieren, sind bestenfalls nachrangige Ziele der Kommunikationsmaßnahmen. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht hierfür keine Notwendigkeit. Dies ist umso erstaunlicher, da unter den fünf meistgenannten Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Change Communication die Einbindung von Multiplikatoren und die Beteiligung von Stakeholdern genannt werden. Auf der Grundlage glaubwürdiger und konsistenter Botschaften und eines sichtbaren Einsatzes des Top-Managements sollen die Mitarbeiter stärker im Prozess beteiligt werden – darin sehen viele der Befragten eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg von Veränderungsvorhaben.

Das Ergebnis: Theoretisch weiß zwar jeder, wie optimale Change Communication aussehen sollte, doch praktisch umgesetzt wird sie bisher kaum. Kurz: Chance erkannt, aber nicht genutzt! Die Studie deckt viele Widersprüche innerhalb des Feldes deutlich auf und zeigt, dass – heute noch – ein großer Gegensatz zwischen Wunsch und Wirklichkeit herrscht.

IFOK_Studie_Change_Communication

Definitionen für Change Kommunikation (updated)

Aktuell gibt es viel Aufmerksamkeit für das Thema Change Kommunikation. Die handelnden Akteure kommen aus den Bereichen Kommunikation, HR, OE, Change Management, Projekt Management, PR etc. Diese interdisziplinäre Vielfalt weist auf den Handlungsbedarf und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten hin. Es ist bereits mit Händen greifbar, dass sich etwas neues etablieren wird,  abseits der gelernten Kommunikationsroutinen.

Diese Entwicklung hat zu einer Vielzahl von Definitionen und Umschreibungen geführt, was Change Kommunikation denn sei bzw. worum es geht.

Hier stellvertretend nur einmal zwei Beispiele:

  1. Change Kommunikation folgt den Gesetzen der Unternehmenskommunikation wie des Change Management. Sie verbindet das Instrumentarium aus Mitarbeiter- und Veranstaltungskommunikation und ergänzt es um Instrumente, Bausteine und kreative Perspektiven aus Change Management und Organisationsentwicklung. Dadurch werden praxisgerechte Lösungen aus einer Hand möglich.
  2. Change Kommunikation ist der Prozess des Sendens und Empfangens von verbalen und nonverbalen Signalen zwischen zwei (Gruppen von) Personen im Kontext von Change Prozessen. Der hieraus resultierende Austausch von Informationen (Gedanken, Gefühlen, Meinungen, …) führt zu einer Reaktion beim Empfänger. Für den Erfolg des Change ist eine ganz bestimmte Reaktion notwendig.“

Was ist für Sie Change Kommunikation? Haben Sie eine Definition? Können Sie den Begriff umschreiben?

Updated 30.1.: Hier sind Ihre Ergebnisse. Da sich manches wiederholt, die vier markantesten Definitionen zur Diskussion:

„Der Begriff Change-Kommunikation versucht, einen der wesentlichen Hebel auf den Begriff zu bringen, der für den Erfolg oder Misserfolg eines Veränderungsprozesses ausschlaggebend ist. Er suggeriert, dass es eine besondere Form der Kommunikation im Change gibt – und ist damit irreführend: es geht um Organisationskommunikation im Kontext von Change. Und damit um die zentrale Leistung von Organisationen, um überhaupt zu funktionieren und sich weiterzuentwicklen, sich anzupassen, sich zu transformieren: um das „Sense Making“ innerhalb der Organisation, um das lernen in der Organisation und als Organisation – und das verläuft über Kommunikation…“

„Alle die etwas wissen müssen wissen das Richtige rechtzeitig,
+wofür der Change gut ist,
+was mit ihm besser oder anders werden soll,
+wo es lang geht,
+mit welchen Konsequenzen und Auswirkungen auf die eigenen Befindlichkeit
+Vor- und Nachteilen
+wer beteiligt ist und wer nicht
+und warum wir den ganzen Zirkus überhaupt machen müssen“

„Change Kommunikation ist nichts anderes als „normale“ Kommunikation – nur halt im Kontext von Change Prozessen. Aufgrund dieses besonderen Kontextes sind allerdings besondere Inhalte, Kanäle oder Möglichkeiten des Feedbacks notwendig. Und hierin liegt die Herausforderung …“

„Meines Earchtens ist der zentrale Punkt darin zu sehen, durch geeignete Kommunikationsinstrumente und -formate in einem orchestrierten Prozess die von einer Veränderungsmaßnahme betroffenen Führungskräfte und Mitarbeiter zu informieren, zu überzeugen von ihrer Sinnhaftigkeit und in geeigneter Weise in die Umsetzung einzubinden. Dabei geht es um deutlich mehr als um reine Information, die gleichwohl eine wichtige Ausgangsbasis darstellt im Sinne eines gemeinsamen Informationsstandes. Change Communication halte ich für erfolgreich, wenn es gelingt, die angestrebte Veränderung den Betroffenen in einem nachvollziehbaren und schlüssigen Sinnzusammenhang zu erklären und sie für die Veränderung zu motivieren.“

Kienbaum Change Communication Studie 2010

Die aktuelle Studie von Kienbaum  bestätigt, dass die kommunikative Begleitung unternehmerischer Veränderungsprozesse ganz oben auf der Prioritätenliste deutscher Unternehmen steht.

Deutlicher:  Kommunikation ist elementar für die erfolgreiche Umsetzung von Veränderungen. Als wichtigste Aufgabe wird gesehen: Ängste nehmen, Widerständen begegnen und unproduktivem Verhalten entgegenwirken. Drei zentrale Erfolgsfaktoren sind: Sichtbarer Top Management Support, ausreichend persönliche Kommunikation und Kontinuität in der Kommunikation.

Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet den Schwierigkeitsgrad der Umsetzung von Change Kommunikations-Maßnahmen als hoch bzw. sehr hoch. In knapp einem Drittel der befragten Unternehmen sind Maßnahmen gescheitert.

Neben dem Erkenntnisgewinn, bzw. Bestätigung früherer Studien, sind die Ergebnisse dieser Studie natürlich hilfreich für die Vermarktung Ihrer eigenen Maßnahmen. Denn nicht selten scheitert Change Kommunikation daran, dass kein Budget für die notwendigen Maßnahmen zur Verfügung gestellt wird.

Kienbaum Studie Change Communication 2010

Workshops und Seminare des Netzwerk Change Kommunikation

Holen Sie sich frisches Wissen und professionelle Impulse für Ihre alltäglichen und zukünftigen Herausforderungen. Knüpfen Sie wertvolle Kontakte und tauschen Sie Erfahrungen aus.

Im Rahmen des „Netzwerk Change Kommunikation“ werden mehrere Veranstaltungen angeboten. Vier Formate unterstützen unterschiedliche Bedürfnisse. Vielleicht auch Ihre?

Intensivseminar: Kommunikation im Change

Mitarbeiter involvieren, Leadership unterstützen und vieles mehr: Die Herausforderungen sind vielfältig. Sie lernen hierfür Psychologie und Modelle des Wandels aus Kommunikationssicht kennen, erarbeiten überzeugende Strategien und Konzepte mit hohem Praxisbezug. Alles anhand konkreter Fallbeispiele. Theoretisch fundiert.

Termine: 28.-29.9.2010 Köln; 3.-4.2.2011 München (1150 € *)


Praxisworkshop: Mobilisieren im Change

Es wird immer anspruchsvoller, Mitarbeiter und Führungskräfte wirklich für einen Veränderungsprozess zu mobilisieren. In einer außergewöhnlichen Lernumgebung durchlaufen Sie in diesem interaktiven Training ein mobilisierendes Prozessdesign. Dabei lernen Sie Methoden, Module und kreative Designelemente zur Gestaltung von mobilisierenden Changeprozessen kennen.

Termine: 30.9.2010 Köln (590 € *)


Praxistag: Netzwerk Change Kommunikation
In diesem interaktiven Workshop stehen die Praxisfälle und der Change-Alltag der Teilnehmer im Mittelpunkt. Für Sie die ideale Gelegenheit, sich wertvollen, konkreten Input für Ihre Alltagsherausforderungen zu holen. Nutzen Sie den Tag für kollegiale Beratung, Trainerinput und Networking.

Termine: 2.12.2010 München (230 € *)


Kurzworkshop: Change Kommunikation
Sie haben ein ganz indidviduelles Thema? Sie wünschen eine neutral moderierte Runde zu Change Kommunikation in Ihrem Unternehmen? Oder Sie suchen konkrete Unterstützung? Laden Sie uns ein. Den thematischen Rahmen klären wir vorab telefonisch.

Termine: nach Vereinbarung bei Ihnen (Kosten: keine)


Für mehr Informationen: Seminarfolder des Netzwerk Change Kommunikation (PDF)

*Kosten: Alle Veranstaltungen inkl. Business-Lunch, Getränke, Pausensnacks und Tagungspauschale. Zzgl. gesetzl. Mwst.

Sie interessieren sich grundsätzlich für das Thema? Abonnieren Sie den Newsletter des Netzwerk Change Kommunikation:

Wer in Unternehmen für Change Kommunikation verantwortlich ist

In der Vergangenheit war es einfach, Kommunikationsaktivitäten eindeutig der Kommunikationsabteilung zuzuordnen. Das ist vorbei, seit Veränderungen immer mehr an Tempo, Dichte und Konsequenz zulegen.
Die hierzu erforderliche, spezifische Kommunikation wird von der Kommunikationsabteilung klassischer Prägung scheinbar nicht alleine erbracht. Schließlich ist da noch das ursprüngliche Tagesgeschäft. Dazu kommt, dass die Kompetenzen für erfolgreiche Change Kommunikation eine weitreichende Spezialisierung notwendig machen. Mit der traditionell eher redaktionellen Ausrichtung der Internen Kommunikation kommt man nur begrenzt ans Ziel. In Konsequenz hat sich die Verantwortung in den Unternehmen aufgeteilt.
Im Mai wollten wir etwas genauer wissen, wie die Verteilung aussieht. Wir haben die Leser des changekomm-Blog gefragt:
„Wer ist in Ihrem Unternehmen eigentlich für Change Kommunikation zuständig?“
47 Stimmen sind im Rahmen eines Online-Votings abgegeben worden. Die Ergebnisse im Einzelnen:

Mit 10,6 % sind die spezialisierten Change Kommunikatoren als neues Berufsbild der Unternehmenskommunikation auf dem Vormarsch. Allerdings sind vergleichbare Positionen auch in Stäben oder im HR-Bereich geschaffen worden. Das liegt daran, dass Kommunikation im Change ein stark interdisziplinärer Ansatz ist. Mit Organisationsdynamik im Change, systemischer Ausbildung oder Psychologiekenntnissen können die PR-Experten aus den Kommunikationsabteilungen auch oft noch nicht punkten. Die hohen Anteile von HR (14,9 %) und Inhouse-Consulting/Vorstandsstab (8,5 %) an der Change Kommunikation weisen zusätzlich darauf hin, wo sich die Machtzentralen im Change-Prozess befinden.

Bei zwei Drittel der verantwortlichen Kommunikationsabteilungen wird Change Kommunikation lediglich nebenbei erledigt. 12,8 % aller Unternehmen sagen, dass es für sie noch gar kein Thema sei. Diese Zahlen lassen vermuten, dass in Punkto Spezialisierung und Professionalisierung noch sehr viel passieren wird. Ob die Kommunikationsabteilung Land zurückgewinnen wird, bleibt abzuwarten. Aus meiner Sicht dringend erforderlich ist dafür, soweit noch nicht geschehen, die Positionierung und Etablierung als Interne Berater und Businesspartner anzustreben. Mit allem, was es dafür braucht.

Um mehr über die Zukunft von Change Kommunikation zu erfahren, wäre eine umfassende Studie hilfreich. Vielleicht nutzt ein Student/Lehrstuhl o.ä. diese Momentaufnahme als Vorlage für eine vertiefte Arbeit?

Kurzumfrage zu Change Communication

Change Kommunikation etabliert sich zunehmend als eigene Kommunikationsdisziplin. Doch die Zuständigkeiten in den Unternehmen sind sehr unterschiedlich geregelt. Es ist nicht, wie eigentlich zu erwarten wäre, immer die Kommunikationsabteilung federführend.

Bevor man nun über die weitere Entwicklung von Change Kommunikation spekuliert, ist es interessant zu erfahren, wie denn die Zuständigkeiten in den Unternehmen tatsächlich aussehen.

Machen Sie mit (noch bis 10.6.): Beantworten Sie folgende Frage und schauen Sie sich die Ergebnisse an.

Die Umfrage ist abgeschlossen. Hier geht es zu den Ergebnissen.

Nachtrag: Die gleiche Frage stellt sich auch für Social Media. Dazu interessante Ergebnisse einer Erhebung bei „Mashable – The Social Media Guide: Which Department owns social media?“.

Aktuelle Tendenzen in der Internen Kommunikation

Wir befinden uns in einer Zeit des Übergangs. In solchen Zeiten wird Selbstverständliches in Frage gestellt und Neues taucht auf. Entwicklungen werden beschleunigt. Und am Ende ist vieles nicht mehr so, wie es mal war. Das gilt für Staatensysteme, Organisationen, Individuen etc. Das gilt auch für die Interne Kommunikation.

Die Interne Kommunkation verzeichnet schon seit Jahren einen Zuwachs an Verantwortlichkeiten und Bedeutung. Damit ist ein spürbarer Wandel der Disziplin eingeleitet: Eine Verschiebung von Print Richtung Online, die immer wichtiger werdende Face-to-face Kommunikation, rasant steigender Kommunikationsbedarf durch immer neue Change-Themen.

Konsequenz in der Internen Unternehmens-Kommunikation: der interne Markt braucht immer weniger interne Redaktionen – und immer mehr Business Partner und Interne Berater in der Kommunikation.

Rasante Entwicklungen in den Unternehmen, eine unsichere Zukunft in einigen Branchen sowie Kostenzwänge  haben neue Perspektiven auch für die Arbeit der Internen Kommunikation aufgezeigt. Sicher nicht immer alles so erfreulich, was sich da tut, aber es tut sich was in Deutschland – und im Rest der Welt sowieso.

Hier ein paar Trends, die mir besonders aufgefallen sind:

  1. Trend: Die Internen Kommunikatoren vernetzen sich via Twitter, Facebook etc. über Deutschland hinaus. Sie erhalten einfachen und kostenfreien Zugriff auf internationale Trends, Wissen und Erfahrungen. Das Lernen von und der Austausch mit der internationalen Community wird die Entwicklung hierzulande beschleunigen.
  2. Trend: Die Akzeptanz von Social Media wächst explosionsartig an: Interaktionen jenseits von Macht und Hierarchie stellen bereits heute etablierte Kommunikationsformen in Frage. Wo stehen wir hier in 2, in 5 oder 10 Jahren? Welche Rolle will die Interne Kommunikation dabei spielen? Einsteigen und die Vorteile nutzen? Wie mit Risiken und „unerwünschten“ Nebenwirkungen umgehen?
  3. Trend: Change Kommunikation etabliert sich zusehends. Die Begleitung von Veränderungsprozessen erfordert spezifische Kommunikationsformen und -stile jenseits der Routine. Das ist erkannt und wird weiter professionalisiert.
  4. Trend: Die international stark wachsende Employee Engagement-Community wird von Kommunikatoren entdeckt. Interaktive Kommunikationsformate face-to-face oder medial stecken dahinter: Wichtige interdisziplinäre Bausteine für Change Management, Mitarbeiterzufriedenheit, Orientierung in komplexen Situationen  u.a.
  5. Trend: Die Konsequenz aus allem: Das ehemals zentrale Medium der Internen Kommunikation, die Mitarbeiterzeitung, verliert weiter an Bedeutung. Kostenintensiv, leider zu wenig gelesen, in der Aktualität den Onlinemedien einfach unterlegen.

Was meinen Sie: wo geht es hin? Sehen Sie noch andere Tendenzen? Auf jeden Fall eine spannende Zeit und interessante Entwicklungen, dia auf Gestalter warten. Wo sind die Pioniere unter Euch?

Nachtrag: Diese Entwicklungen werden aktuell auch an anderer Stelle thematisiert. In den letzten Tagen aufgefallen sind mir:


Übersetzen

Michael Kucht von changekomm

Michael von changekomm

Michael begleitet seit vielen Jahren Strategie- und Changeprozesse. In diesem Blog teilt er Beobachtungen, Wissen und Erfahrungen.

www.changekomm.de

 

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