Interne Kommunikation: Artikel aus Harvard Business Manager

Interne Kommunikation hat in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen. Doch wenn es kritisch wird, bleibt die strategische und Lösungen befördernde Dimension von Kommunikation häufig ungenutzt. Im Zweifelsfall wird kein heißes Eisen angefasst.

Der Harvard Business Manager titelt dazu in seiner letzten Ausgabe: „Interne Kommunikation: Fehlende Glaubwürdigkeit“:

Medial hochgerüstet und auf der Höhe der Zeit, scheitert die Interne Kommunikation doch häufig an ihrer eigentlichen Aufgabe – dafür zu sorgen, dass die wirklich wichtigen Informationen im Unternehmen zur Sprache kommen. Stattdessen wird Kommunikation inszeniert, ja sogar vorgetäuscht. Ein immenser Aufwand, um Mitarbeitern Sand in die Augen zu streuen.

Information overkillEin Schwall von Hausinformationen ergießt sich jede Woche über die Mitarbeiter. 10 bis 40 verschiedene Medien pro Unternehmen sind üblich – Hochglanzbroschüren für die Führungskräfte, E-Mail-Newsletter für die Belegschaft, Faxrundbriefe, Intranet, DVDs, Videos, sogar Unternehmens-TV und Podcasts. Daraus erfahren die Mitarbeiter vieles, nur nicht das, was sie wirklich interessiert: Muss meine Abteilung geschlossen werden? Wird der Bereich, in dem ich arbeite, verkauft? Wann bekommen wir ein Marketingbudget für die neue Produktlinie? So klagen Mitarbeiter und Manager gleichzeitig über Informationsüberflutung und darüber, dass sie sich nicht gut informiert fühlen.

Oft hat die interne Kommunikation die heilsame Wirkung schlechter Nachrichten verhindert, indem sie unangenehme Fakten und Maßnahmen nur scheibchenweise kommuniziert oder sie heruntergespielt. Viele Topmanager glauben immer noch, dass es Unruhe ins Unternehmen bringt, wenn sie die Dinge so beschreiben, wie sie sind. Doch Mitarbeiter werden erst recht unruhig, wenn das Management ihnen wichtige Informationen vorenthält. Ihr Taktieren bei Krisen hat der internen Kommunikation deshalb ein massives Glaubwürdigkeitsproblem beschert.

Sicherlich eine der Ursachen: Viele amtierende Kommunikationsprofis verstehen sich als PR-Leute, haben die PR-Schule durchlaufen, denken und leben PR. Bei PR geht es im Kern ums mediale Inszenieren eines Images oder einer Marke, um das Verkaufen von Botschaften ‚in eigener Sache‘. – In der Internen Kommunikation reicht das allein aber nicht…

Lesen Sie zu diesem Thema auch:

Mitarbeiter-Kommunikation in unsicheren Zeiten

Interne Kommunikation: “Change” ist Business-Alltag

Was ist eigentlich Change Kommunikation?!

Advertisements

3 Responses to “Interne Kommunikation: Artikel aus Harvard Business Manager”


  1. 1 Sina Petzold 6. Juli 2009 um 18:06

    Zwar habe ich bis auf ein paar Praktika keine beruflichen Erfahrungen in der PR, jedoch mache ich gerade meinen Bacherlorabschluss in diesem Fach.

    An meiner Hochschule bekommen wir sehr wohl ein erweitertes Verständnis von PR gelehrt, welches über das Inszenieren und Verkaufen in eigener Sache hinausgeht. PR soll auch in seinem Umfeld Vertrauen aufbauen, dialogorientiert sein und dadurch u.a. Legitimität für die Aktivitäten des Unternehmens schaffen – und setzt sich gerade mit diesen Zielen auch von der reinen Werbung ab.

    Mir ist durchaus bewusst, dass das einer sehr theoretische Idealvorstellung ist. Doch wenn schon den PR-Praktikern ein solches Selbstverständnis (oder zumindest der innere Anspruch dazu) fehlt, wie ich dem obigen Kommentar entnehmen kann, sind wir von einer Optimierung der PR wohl noch weiter entfernt als ich dachte. Schade!

  2. 2 changekomm 6. Juli 2009 um 19:58

    Hallo Frau Petzold,

    in den letzten Jahren sind sehr viele Studiengänge rund um das Thema Kommunikation aufgelegt worden. Das zeigt, dass die Dinge im Fluss sind und aktuell eine junge, gut ausgebildete Generation in den Arbeitsmarkt strebt, die auch eigene Ansprüche, Ideen und Perspektiven einbringen wird.

    Wir werden meiner Einschätzung nach in den nächsten Jahren sicherlich die eine oder andere Entwicklung in unserem Umfeld teilweise mitgestalten können.

    Gruß
    Michael Kucht


  1. 1 Kommunikation von Reorganisationen | changekomm-Blog Trackback zu 20. März 2014 um 19:30

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s




Netzwerk Change Kommunikation

Newsletter des Netzwerk Change Kommunikation abonnieren.

Michael Kucht von changekomm

Michael Kucht begleitet seit vielen Jahren Strategie- und Changeprozesse. In diesem Blog teilt er Beobachtungen, Wissen und Erfahrungen.
Change Kommunikation ist ein interdisziplinärer Ansatz, verstanden als Fortsetzung der Internen Kommunikation und Führungskommunikation mit den Mitteln des Change Managements.

www.changekomm.de

Creative Commons License

Für alle Artikel und Inhalte dieses Blogs gilt die Creative Commons-Lizenz .

Blog Stats

  • 76.663 Besucher
Follow changekomm-Blog on WordPress.com
Advertisements