Was ist eigentlich Change Kommunikation?!

Change Kommunikation ist mehr als nur einschneidende Veränderungen beliebt zu machen. Awareness allein bewegt noch kaum etwas. Menschen sind bequem. Die meisten lieben das, woran sie sich gewöhnt haben. Sich ändern, bedeutet Aufwand. Es genügt nicht, das Ziel des Change-Prozesses den Mitarbeitenden allein durch schöne Worte schmackhaft zu machen. Ruedi Messmer

Change Kommunikation (oder auch Change Communication) entwickelt sich. Und zwar als „shared discipline“. „Shared“ deshalb, weil Change Kommunikation als Teildisziplin sowohl den Gesetzen der Unternehmenskommunikation wie des Change Management folgt. Change Kommunikation ist die Fortsetzung der Internen Kommunikation mit den Mitteln des Change Managements.

Die klassische Interne Unternehmenskommunikation verändert sich gezwungenermaßen. Getrieben durch ihr Umfeld. Denn es geht immer mehr darum, Change adäquat zu begleiten.

Gleichzeitig mehren sich die Rufe nach einheitlichen Standards im Change Management, da es immer noch viele unterschiedliche Ansätze gibt, die nicht immer zusammenpassen. Eine Konsolidierung und Professionalisierung ist absehbar, vielleicht ähnlich, wie sie in den letzten Jahren im Projektmanagement zu beobachten war. Und Kommunikation spielt eine immer wichtigere Rolle im Change Management. Hier schließt sich der Kreis.

Mittendrin entwickelt sich Change Kommunikation auch außerhalb der Unternehmen auf Dienstleisterseite:

  1. Als Angebot von PR-Agenturen, die dieses Feld entdeckt haben
  2. von Seiten der Change- und OE-Berater, die auch Teile der Kommunikation anbieten

Integrierte Anbieter wie changekomm, die beide Seiten zusammenführen, gibt es bislang kaum.

Telling, Selling, Consulting, Co-creating

Doch immer mehr Tools unterstützen und vereinfachen diesen integrierten Ansatz.

Eines möchte ich hier gerne vorstellen. Es ist die Entscheidungsmatrix von Ralph Stacey, Professor für Management und Direktor am Institut für Komplexitätsforschung in Hertfordshire/UK, erweitert von Holger Nauheimer vom Change Management Toolbook.

decisionmatrix-ralph-stacey1

Sie finden die Achsen a) Agreement/Disagreement, die ich mit „Zielkonflikten“ übersetzen möchte, sowie b) Certainty/Uncertainty.

Change Kommunikation arbeitet immer in einem Umfeld, das von a) Zielkonflikten und b) Unsicherheit und Komplexität geprägt ist. Nachfolgend finden Sie die Aufgabenfelder von Change Kommunikation:

Telling ist Informationsmanagement und klassische Führungskommunikation

Selling ist interne PR-Arbeit über Personen und Unternehmensmedien.

Consulting ist einerseits die Unterstützung von Führungsarbeit im Change (Leadership und Coaching). Gleichzeitig gehören zu Consulting aber auch Kommunikationssettings, die einen Rahmen zur Lösungsfindung erst erschaffen. Außerdem die Förderung einer lösungsfreundlichen Kultur.

Co-creating ist die Kunst, Leadership und Gruppenprozesse auf eine Weise zu verbinden, dass die vorhandenen Ressourcen auf optimale Weise aktiviert werden und – statt Widerstand und Orientierungslosigkeit – Leidenschaft und Verantwortlichkeit für die Lösungen erzeugt werden. Großgruppenkonferenzen unterstützen diesen Ansatz am effektivsten.

„Edge of Chaos“ sollte vermieden werden, ansonsten ist das ein Fall für Krisenkommunikation.

Die Aufgabe von Change Kommunikation liegt darin, einen integrierten Prozess zu entwickeln, wo alle diese Elemente so orchestriert werden, dass ein Rahmen für sinnvolle und effektive Lösungen geschaffen wird.

Viele Unternehmen begnügen sich noch mit Telling/Selling oder aber nutzen die vier Elemente unabgestimmt und ohne ein integriertes Verständnis. Die Erkenntnis reift jedoch, das mehr möglich ist.

Und der Bedarf ist ohnehin längst da.

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3 Responses to “Was ist eigentlich Change Kommunikation?!”


  1. 1 Werner 30. April 2009 um 11:29

    Wenn ich mir unsere Firma anschaue, sehe ich nach diesem Artikel eigentlich sehr deutlich, was bei uns falsch läuft und wo man eigentlich anpacken müsste. Bitte mehr solche Artikel, damit dieses Wissen bis zu den Verantwortlichen durchsickert!!

  2. 2 lukemcbain 9. Juli 2010 um 22:02

    Es scheint, als müsste ich mich mehr mit Ralph Stacy beschäftigen. Robert Terry scheint sich in seinem Buch „/ Effective Zones for Leadership“ http://wp.me/pXfdq-1M zu berufen. Jedenfalls operationalisiert er die obige Enscheidungsmatrix.

    Beste Grüße

  3. 3 changekomm 10. Juli 2010 um 09:30

    Hallo Luke,

    dafür habe ich noch nie von Robert Terry gehört. Danke für den Hinweis und den Link auf Deinen interessanten Blog-Artikel.

    Michael


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Michael Kucht von changekomm

Michael Kucht begleitet seit vielen Jahren Strategie- und Changeprozesse. In diesem Blog teilt er Beobachtungen, Wissen und Erfahrungen.
Change Kommunikation ist ein interdisziplinärer Ansatz, verstanden als Fortsetzung der Internen Kommunikation und Führungskommunikation mit den Mitteln des Change Managements.

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