Interne Kommunikation: “Change” ist Business-Alltag

Change ist nicht mehr Ausnahmesituation oder Sonderfall. Change ist heute Business-Alltag. Unternehmen befinden sich im permanenten Wandel. Es gibt kaum noch Phasen der Konsolidierung. Nichts scheint mehr wirklich verlässlich.

Wenn heute fast alles Change ist, dann ist Kommunikation, die in diesem Kontext stattfindet, Change Kommunikation. Frage: Ist unsere Kommunikation für diese Aufgabe ausgelegt? Haben wir die organisatorischen Rahmenbedingungen, das Wissen, die Tools und die Haltung, die wir dafür brauchen? Haben wir eigentlich verstanden, dass Kommunikation mehr ist als die Summe der Medien, die durch die Kommunikationsabteilung herausgegeben werden? Interne Kommunikation ist auch: Führungskraft zu Führungskraft. Führungskraft zu Mitarbeitern. Mitarbeiter zu Mitarbeiter. Peer zu Peer. usw.

Um aus dieser perspektive hier nur mal eine der Herausforderungen in der Internen Kommunikation herauszugreifen:

Wie gehe ich dann in schwierigen Zeiten mit Gerüchteküche, Flurfunk, Buschtrommeln… oder wie auch immer Sie das nennen… um. Eigentlich ein alter Hut, aber unter den aktuellen Rahmenbedingungen ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor.cafe-kommunikation2

Die Bedeutung des informellen Informations- und Wissensaustauschs steigt in den Unternehmen seit Jahren stetig an. In der Regel Gold wert: im Arbeitsalltag, in heißen Projektphasen oder wenn irgendwo der Standardprozess klemmt. – Also sehr LÖSUNGSMÄCHTIG.

Diese MACHT gesteht man den Informationsbrokern, Netzwerkern und Wissensarbeitern sehr gerne zu, solange man Informationsfluss, Wissenszuwachs und Kreativität ‚braucht‘. In instabilen Unternehmensphasen kann diese ‚Macht der Vielen‘ immer mal wieder zum Zünglein an der Waage werden. Von Unternehmensleitung und Kommunikationsabteilung allerdings nicht immer erbeten. (Lesen Sie im Kontext dazu auch den unten nachfolgenden Blogartikel inkl. ausführlichem Videointerview mit Prof. Kruse.) web20-in-business

Diese Konstellation ist ein wachsender Grundkonflikt, der derzeit alle Unternehmen betrifft: Nämlich der zwischen formaler HIERARCHIE und informellem NETZWERK, also zwischen formaler und informeller Macht. Durch Web 2.0 und andere Entwicklungen wächst die Macht der Netzwerke weiter: die hierarchische Macht wird an mancher Stelle empfindlich getroffen und reagiert mit unterschiedlichen Mitteln. Und natürlich nicht immer adäquat. Dieser Konflikt wird sich weiter zuspitzen, genauso wie die Lösungsdimensionen, die aus dem „Wissen der Vielen“ erwachsen, sich potenzieren. Spannende Zeiten kommen also auf uns zu: Gleichzeitig das Wissen der Vielen nutzen und  die Vorteile von Hierarchien.

-> Führt eine derartige Weiterentwicklung von Unternehmen zu Enterprise 2.0? Wird das die „Lernende Organisation“, wie sie sich Peter Senge erträumt hat?

Aus diesem Blickwinkel ein echtes Schlüsselthema für die Zukunft… Ein guter Lösungsansatz ist in einer Formel enthalten, die, so einfach sie klingen mag, im Unternehmensalltag erst noch eingeübt werden muss. Sie lautet:

Leadership (+) Involvement (=) CoCreating

Für die Kommunikatoren heißt das: Abschied nehmen von der Informationskaskade, also nicht mehr Topdown von Hierchiestufe zu Hierarchiestufe.

Es heißt: Medien- und Eventkommunikation um starke, lösungsorientierte Face-to-Face-Formate zu erweitern. Und all diese Formate in einem strategischen Prozess zu integrieren.

Es heißt,

  • klare, eindeutige Leitplanken zu installieren für Alle („Framing“).
  • Innerhalb dieser Leitplanken den Raum zu öffnen für Interaktion und Dialog („Involvement“).
  • Attraktoren in der Zukunft schaffen, die anziehend und mobilisierend wirken (Visionsarbeit z.B. mit Hilfe von Storytelling und Leadership).

Der Nutzen:

  • Synchronisierung aller Beteiligten.
  • Fokussierung.
  • Praktikable Lösungen werden möglich bis in die hinterste operative Ecke.
  • Vitalisierung des Unternehmens mittels einer gemeinsam getragenen Kultur und eines unverwechselbaren Spirits.

Sie interessiert das, aber Sie verstehen nicht, wie das operativ aussehen kann? Einige Informationen dazu finden Sie auf unserer Website. Sie können uns auch gerne unverbindlich per Mail oder Telefon kontaktieren.

(Nachtrag: Interessant sind auch die Ergebnisse der Change Management Studie 2010 von Capgemini: Mobilisierung der Menschen gilt als wichtigster Erfolgsfaktor.)
Einen anderen Fokus, weil auf Tool-Kommunikation im Web 2.0 beschränkt, aber für die Möglichkeiten der Zukunft interessant, finden Sie in einer Flash Animation von VizEdu. VizEdu greifen die Hypothesen des soeben im MC Kinsey Quarterly veröffentlichten Artikels: “Six Ways To Make Web 2.0 Work” auf.

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Michael Kucht von changekomm

Michael Kucht begleitet seit vielen Jahren Strategie- und Changeprozesse. In diesem Blog teilt er Beobachtungen, Wissen und Erfahrungen.
Change Kommunikation ist ein interdisziplinärer Ansatz, verstanden als Fortsetzung der Internen Kommunikation und Führungskommunikation mit den Mitteln des Change Managements.

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