Archiv für Februar 2009

Mitarbeiter-Kommunikation in unsicheren Zeiten

Sicherheit als Wettbewerbsvorteilwirtschaftskrise_karikatur2

Unsicherheit herrscht insbesondere dann, wenn es keine sichere Basis für Entscheidungen gibt.

Die Wirtschaft, wenn nicht die Welt im Allgemeinen ist im Augenblick voller Unsicherheit. Für viele ist das ein Problem aber ich glaube, es kann auch zum Vorteil werden:

Führungskräfte und Unternehmen, die in Zeiten der Krise Sicherheit vermitteln, werden aus der Menge herausragen. Und das kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.

7 Tipps, um das Verlangen nach Sicherheit zu befriedigen

1. Geben Sie Gewissheit darüber, was Sie wissen und Sicherheit über das, was Sie nicht wissen.
2. Geben Sie Gewissheit über die Werte, denen Sie auch während der globalen Rezession treu bleiben werden.
3. Geben Sie die Gewissheit, dass Kunden und Mitarbeiter Ihre Kernkompetenzen sind. Geben Sie Gewissheit über Ihren Wunsch, mit ihnen zu kommunizieren.
4. Geben Sie Ihrem Team Gewissheit, dass deren Entwicklung nicht während der Rezession stoppt.
5. Geben Sie Gewissheit darüber, wofür Ihr Unternehmen steht.
6. Geben Sie zu, dass Unsicherheit besteht. Und das es eher ein Vorteil als ein Problem ist, wenn man das anerkennt.
7. Machen Sie deutlich, dass in der Bewältigung des Wandels echte Chancen liegen!

Verhalten von Mitarbeitern verstehen

Um diese Sicherheit nicht nur zu vermitteln, sondern wirklich zu verstehen, warum das so große Vorteile bringt, folgende Fakten:

Unternehmen bestehen aus Regeln und Verträgen, Strukturen, Prozessen und Produkten, Kunden und Mitarbeitern. All dieses wird geschaffen von Menschen, um Grundbedürfnisse unterschiedlichster Art zu befriedigen. Je nach Situation werden diese Grundbedürfnisse mehr oder weniger befriedigt.

Ein erfülltes Grundbedürfnis erzeugt Zufriedenheit, ein nicht erfülltes Frustration. In Zeiten der Krise steigt die Gefahr, dass die Frustration zuviel Gewicht erlangt.

Schauen Sie sich das einmal in der Grafik an. Insbesondere die Auswirkungen auf das Verhalten:

emotionen-im-change

Wenn also eine Situation wie die aktuelle Weltwirtschaftskrise bei den Menschen das Gefühl von „Bedrohung“ oder „Angst“ auslöst, gibt es ab hier zwei Varianten im Verhalten:

  1. Es entstehen Gefühle von Ohnmacht, die passives oder sogar destruktives Verhalten nach sich ziehen.
  2. Das Unternehmen schafft es, einen Diaolog über die Zukunft in Gang zu setzen und vermittelt ein „Gemeinsam schaffen wir das, auch wenn es hart wird“. Das erzeugt Selbstvertrauen, ist ein echtes Identifikationsangebot und lädt dazu ein, die Krise als Herausforderung anzunehmen

Stabilisierende Schwerpunkte in der Kommunikation

Hier liegen die zentralen Herausforderungen für Management und Kommunikation, gemeinsam  auf die richtigen Schwerpunkte zu setzen, wichtige Impulse zu geben und stabilisierende Massnahmen einzuleiten.

Denn wie Eingangs gesagt: Den Mitarbeitern jetzt Sicherheit zu vermitteln, kann sich als echter Wettbewerbsvorteil entpuppen.

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Visuelle Kommunikation im Change Management

Wozu Visualisierung?systemintegration-und-test004

Im Speziellen bezeichnet Visualisierung den Prozess, sprachlich oder logisch nur schwer formulierbare Zusammenhänge in visuelle Medien zu übersetzen, um sie damit verständlich zu machen. Weiterhin wird Visualisierung eingesetzt, um einen bestimmten Zusammenhang deutlich zu machen, der sich aus einem gegebenen Datenbestand ergibt, der aber nicht unmittelbar deutlich wird.“ (Wikipedia)

Visualisierung ist ein von seiner Bedeutung her stark wachsendes Thema. Das hängt damit zusammen, dass wir in allen Lebensbereichen mit zunehmend komplexen Situationen konfrontiert werden. Begleitet durch die mediale Vernetzung stehen uns in Summe immer dichtere Informations- und Datenmengen zur Verfügung und die zentrale Frage ist stets dieselbe:

Wie vermitteln wir diese Komplexität? Wie können wir die Kernaussage sichtbar und verständlich machen?

Visualisierung und Komplexität

visualize_businessnetwork2Komplexität und Dichte verständlich darzustellen ist eine zentrale Aufgabe von Visualisierung. Daher sind in den letzten Jahren weltweit immer mehr visuelle Ansätze und Verfahren entwickelt worden.

Allein im Bereich funktionale Visualisierung haben die Experten von www.visualcomplexity.com mehr als 650 Ansätze zusammengetragen.  Darunter dutzende Darstellungsformen  für die Visualisierung von Netzwerken z.B. im Bereich Knowledge, Business oder Soziale Kontakte.

Darstellungsformen in Changeprozessen

Auch in Unternehmen und speziell in Veränderungsprozessen treffen wir auf eine Praxis, wo Visualisierung immer häufiger auf genau diese Weise eingesetzt wird: nämlich zur verständlichen Darstellung von komplexen Sachverhalten. Ich will mich hier auf die Ansätze konzentrieren, die ich in der Praxis von Veränderungsprozessen erfolgreich selber eingesetzt oder beobachtet habe.

Zuerst einmal lassen sich aus meiner Beobachtung drei Hauptstränge unterscheiden:

  1. Illustrative Visualisierung: meist per Hand gezeichnete Bilder, die Anleihen aus Illustration, Piktogramm, Comic u.ä. individuell zusammenführen. Als Beispiel die Visualisierung einer Meetingsituation, die so eine zweite Ebene von Beobachtung und Reflexion eröffnet.visualrecorder
  2. Grafikdesign: meist durch Agenturen konzipierte Lösungen, die der Bildsprache von Marketing und Werbung verpflichtet sind springende-fische
  3. Toolgestützte Visualisierung: wird im Computer nach Dateneingabe erzeugt. Vor allem durch den Siegeszug des Internets sind viele neue kreative Ansätze jenseits von Excel-Graphen entstanden. Manches ist auch sehr gut außerhalb des Web einsetzbar. – Beispiel „Wordcloud“ von www.wordle.net. Hier gefüttert mit dem Text von Obamas Antrittsrede. Das Ergebnis zeigt sehr plakativ die sprachlichen Schwerpunkte von Obamas Rede.

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Nutzen von Visualisierung in der Change Kommunikation

Doch der Nutzen von Visualisierung im Change geht über die Reduktion von Komplexität weit hinaus. Die unterschiedlichen Formen von Visualisierung spielen eine zunehmend zentrale Rolle in der Change Kommunikation. Auf der einen Seite als Kommunikationsmedium – auf der anderen Seite als bewußt eingesetzte Intervention.

Je nach Einsatz lassen sich viele der folgenden Aspektze in ihrem Nutzen kombinieren. Und dann entfaltet Visualisierung auch all Ihre Kraft:

  • Orientierung
  • Appell
  • Auflockerung
  • Reflexion/Spiegelung
  • einfacher Zugang zu Emotionen, nicht-rationale Ansprache
  • Formulierung schwieriger oder tabuisierter Themen
  • Kombination mit Humor
  • spielerisch-kindliche Ansätze zur Erzeugung von Leichtigkeit in schwierigen Themen

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Auswahl an  Beispielen in Stichworten

Auf Veranstaltungen, Großgruppenkonferenzen, Tagungen, Workshops. Wird in Fachkreisen als „Visual Facilitation“ bezeichnet. Beinhaltet verschiedene Möglichkeiten: Interaktiv mit dem Publikum, als eigener Visualisierungs-Workshop oder begleitend, kontrastierend, kommentierend.

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Für Diagnoseprozesse: Einbeziehung vieler Mitarbeiter über Workshops, Ergebnisse zusammenführen und von Illustrator ausführen lassen, Review durch Mitarbeiter und Korrekturmöglichkeiten, dann Entwurf finalisieren – Visualisierung ist Status Quo und kann als Startdiskussion z.B. ein Worldcafe eröffnen- hier anhand der Visualisierung Dialog entfachen: Wie ist es aktuell? was ist gut, was ist nicht so gut? – wie müsste es sein? Auf Grundlage der visualisierten IST-Situation (Beispiel s.u.) können auch unangenehme Themen mit Humor und Leichtigkeit angesprochen werden.

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Prozessvisualisierung (als Alternative zu ARIS-EPK´s): Prozesslandkarten sind auch für Laien verständlich, würden aber, angereichert mit einer kreativen Visualisierungsidee, sehr viel anziehender und attraktiver daherkommen. Schwieriger wird es da schon bei EPK´s: Von Fachleuten für Fachleute entwicklet, werden EPK´s, mangels Alternativen, immer wieder eingesetzt, um neue Prozesse auch allgemein zu kommunizieren. Nun ist eine EPK eine Visualisierungsform, die vom Betrachter Einiges abverlangt an Übung, Lernbereitschaft und logischem Abstraktionsvermögen. Manchmal scheitert es einfach an diesem Abstraktionsvermögen, das viele Zeitgenossen schlichtweg nicht so weit ausgebildet haben wie die Prozessexperten (haben wirklich nicht alle! also wenn Sie sich mal nicht verstanden fühlen bei einer Prozessschulung: es könnte daran liegen, dass Ihren Zuhörern einfach dieses Abstraktionsvermögen fehlt… schon mal drüber nachgedacht?)

Sehr gute Erfahrungen haben wir bei der Kommunikation von Prozessen in die Breite mit folgenden Lösungen gemacht: Bildgeschichten geshootet im Büroalltag (wie Bravo-Fotolovestory), reduziert auf die zentralen Prozessschritte oder auch als Lernclip mit Rahmen-Story und comicartigem Männchen für Kommentare, Erläuterungen etc

So werden Prozesse erlebbar, können leicht auf den Arbeitsalltag übertragen werden und mögliche Widerstände werden allein schon über die Darstellungsform reduziert, die sich an den Standards und der Bildwelt des Büroalltags orientiert. Einwände und Argumentationen können in die Darstellung direkt mit einbezogen werden.

(Beispielbilder gerade nicht verfügbar)

Visual Clips: Umsetzung z.B. als Comicstrip, einfache Animation oder Mediaclip zur Verbreitung über Intranet, Internet, CD-Rom oder auch zur Präsentation auf Veranstaltungen. Bestens auch geeignet, um ganze Geschichten zu erzählen (Visual Storytelling) oder schwierige Themen einfach zu erklären.

Bsp. aus YouTube: Was ist ein Wiki?

Klassische Visualisierung wie wir sie aus Marketing und Werbung kennen: Beispiele aus der Kommunikation rund um Reorganisationen

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Fazit

Ich glaube, Visualisierung spielt schon heute eine zentrale Rolle in der Change Kommunikation. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass Menschen gerade in Veränderungssituationen oft sehr emotional agieren. visual_transformVisuelle Kommunikationsformen bieten den Menschen einen Resonanzboden mit sehr niedrigen Schwellenwerten. Das heißt, Schlüsselbotschaften können sehr leicht aufgenommen werden. Identifikationsangebote entstehen – Themen und Menschen setzen sich in Bewegung.

Das schaffen natürlich auch andere Kommunikationsformen, die auf der Sinnesebene arbeiten und die sich gut in Kombination oder als Ergänzung zu visuellen Formen anbieten … aber das ist ein Thema für einen neuen Artikel… etwa über „Emotionen und Wahrnehmung im Change“. Dazu ein andermal mehr 🙂

Mich würden Ihre Erfahrungen und Ergänzungen interessieren. Fragen, Anregungen, Feedback sowieso 🙂

Kostenloses Online-Archiv bei brand eins

brandeins_titel1 Mittlerweile ist brand eins aus der Nische raus und mitten im Geschehen. Also kein Geheimtipp mehr.
Die Xing-Community von brand eins hat bald 40.000 Mitglieder. Das Magazin liegt voll im Trend.
Genauso trendy ist inzwischen auch Querdenken. Die entsprechende Xing-Community gehört zu den Big Five der Business-Networking Plattform.

Ob jetzt tatsächlich alle brand eins lesen und Querdenken, sei dahingestellt. Auf jeden Fall bietet brand eins einen tollen Service, nämlich ein freies, kostenloses Online-Archiv für Jedermann/-frau. Und das ab der ersten Ausgabe:
Also auf zum Stöbern nach tollen Titeln und interessanten Artikeln ins brand eins Online-Archiv!

„Change ist eine gigantische Übung in Gruppendynamik“

Ein Klassiker ist vor kurzem in neuer, 12. Auflage erschienen. Bei der ersten Auflage von vor etwa 10 Jahren war der Alltag in unseren Unternehmen noch nicht so drastisch und Change Management eine junge Methode unter vielen. Mittlerweile ist ja alles „Change“ oder auch Change „Alles“. Es geht um Doppler/Lauterburg: Change Management. In diesem Standardwerk bearbeiten die Autoren so ziemlich alle Felder und hinterlassen einen guten Ein- und Überblick.

doppler_buchtitel2Wer es etwas tiefer mag, dem sei der zweite Band zum Thema von demselben Autorenduo zu empfehlen: „Unternehmenswandel gegen Widerstände: Change Management mit den Menschen“
Heute noch viel aktueller als im Erscheinungsjahr 2002 wäre diesem Buch eine überarbeitete Neuauflage zu wünschen und dann: sehr, sehr viele Leser….

Eine Rezension aus dem OnlineMagazin ChangeX fasst zusammen, worum es in dem Buch geht:

Immer noch unterschätzt das Management die Rolle der Menschen bei der Veränderung. „In manchen Köpfen ist nach wie vor das Modell des Lichtschalters als Idealtypus einer Veränderungsstrategie fest verankert“, spotten die Autoren. Einfach betätigen – schon erledigt. Doch in Wirklichkeit ist Change Management eher eine gigantische Übung in Gruppendynamik, ein Projekt, das sich gegen sorgfältig ausgearbeitete Pläne und ihre säuberliche Umsetzung sträubt. Denn die Mitarbeiter sind keine Einzelwesen und erst recht kein Humankapital, das man einfach so umherschieben kann. Sie sind am Arbeitsplatz auf komplizierte Weise mit anderen vernetzt und stehen in einer Vielzahl von Beziehungen. Also taucht Doppler tief in die sozialpsychologischen Hintergründe und die Managementpraxis ein, um zu zeigen, wie alles zusammenhängt und wie man als Führungskraft einer Gruppe oder Organisation, die unter dem Druck einer Veränderung steht und darauf mit Kampf-oder-Flucht-Impulsen reagiert, diese Prozesse lenken kann. „Wenn solche Gruppenphänomene nicht geklärt und bearbeitet beziehungsweise durchbrochen werden, absorbieren sie einen mehr oder weniger großen Teil der Energie, die eigentlich dazu benötigt würde, die anstehenden Aufgaben und Ziele der Gruppe zu verfolgen“, erklären die Autoren. Sie leiten an, unter die Oberfläche zu schauen – dort sind die Beziehungsströmungen zu finden, die oben oft unter falscher Flagge ausgetragen werden.

Nachholbedarf an Wissen über gruppendynamische Prozesse gibt es reichlich. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2000 hat ergeben, dass inzwischen die meisten Führungskräfte Teams als Organisationseinheiten positiv gegenüberstehen – aber nur zehn Prozent der Befragten gaben an, selbst bevorzugt in Gruppen zu arbeiten. 70 Prozent werkeln am liebsten allein und ungestört an ihren Aufgaben. So ist der Konflikt programmiert, denn moderne Organisationsmodelle bauen fast alle auf dem Konzept der Gruppe auf, auf überschaubaren dezentralen Einheiten. Sie setzen auf die Prinzipien Netzwerk, Selbstführung und Selbststeuerung von Gruppen. Doppler erlaubt sich eine gesunde Skepsis diesen Konzepten gegenüber; er hat in der Praxis oft genug erlebt, dass diese Modelle nicht immer funktionieren. Gerade Führungskonzepte der Selbstverantwortung sind, so die Autoren, immer gefährdet, nicht konsequent umgesetzt zu werden – geschieht das doch, so reagieren Gruppen auf das Führungsvakuum oft mit Passivität oder einer heimlichen Hierarchie.“

Das Rheinische Grundgesetz als „Blitzableiter“ im Change

Das ist jetzt mal eine skurrile Geschichte. Zeigt aber, wie wirkungsvoll paradoxe Interventionen sind, wie man virales Marketing in Veränderungsprozessen einsetzt und wie wichtig es dabei sein kann, sich auf die Alltagskultur einer Firma und der Region einzulassen:

rheinisches-grundgesetz3Ich habe mal eine Strategische Neuausrichtung kommunikativ begleitet und gestaltet. Da blieb kein Stein auf dem anderen. Angefangen beim Firmennamen, über Rechtsform, Austausch eines großen Teils der Belegschaft, Geschäftsführung, Geschäftszweck etc. – ALLES NEU. Und das ganze spielte in einer Stadt im Rheinland.

Da gab es dann einen Personalleiter, der diese Verwerfungen überlebt hatte und dabei auch noch seinen Humor behalten. Und der Mann hatte einen guten Blick für die Widerstände der Mitarbeiter und für das, was es braucht, um die Menschen trotz ständig herrschender Überforderung gesund und bei Laune zu halten. Natürlich hilft bei sowas nur   die richtige Einstellung zur Situation. Und wo ihm, dem Personalleiter, selbst gar nichts mehr half, sagte er, da hat er dann immer das „Rheinische Grundgesetz“ rausgeholt und immer wieder durchgelesen 🙂

rheinisches-grundgesetz11 Das wurde dann auch ein (wenn auch kleiner, so doch sicher wirkungsvoller) Teil der Kommunikation. Kopien dieses subversiven Gesetzes auf ebendiese Weise im Unternehmen streuen. Ganz wie man das von den Pionieren des viralen Marketing gelernt hatte: Ein paar Exemplare im Kopierraum „vergessen“, einen anderen an die Pinwand der Kaffeeküche, mit Tesafilm an eine Toilettentür, per Fax in ein Sekretariat ohne Absender usw.  Und den Mitarbeitern in Zeiten der Überforderung und des Unmutes eine Art Blitzableiter für ihren Widerstand an die Hand geben.
Die Kopien hingen übrigens noch Jahre später in so manchem Büro…

Und zum Jahresabschlussevent hatten wir dann noch den Kabarettisten Konrad Beikircher eingeladen, der in seinen Auftritt gute 10 Minuten über die Aktualität des Rheinischen Grundgesetzes gerade in Unternehmen eingebaut hatte.

Hier der Gesetzestext:

*****

Rheinisches Grundgesetz

Präambel
Alle Menschen sind gleich.
Jede Jeck es anders.

Artikel 1
Sieh den Tatsachen ins Auge!
Et es wie et es.

Artikel 2
Habe keine Angst vor der Zukunft!
Et kütt wie et kütt.

Artikel 3
Lerne aus der Vergangenheit!
Et hätt noch emmer joot jejange.

Artikel 4
Jammere den Dingen nicht nach!
Wat fott es, es fott.

Artikel 5
Sei offen für Neuerungen!
Et bliev nix wie et wor.

Artikel 6
Sei kritisch, wenn Neuerungen überhand nehmen!
Kenne mer nit, bruuche mer nit, fott domett.

Artikel 7
Füge dich in dein Schicksal!
Wat wellste maache?

Artikel 8
Achte auf deine Gesundheit!
Maach et joot, äwwer nit ze off!

Artikel 9
Stelle immer zuerst die Universalfrage:
Wat soll dä Quatsch?

Artikel 10
Komme dem Gebot der Gastfreundschaft nach!
Drenkste eene met?

Artikel 11
Bewahre dir eine gesunde Einstellung zum Humor!
Do laachste dich kapott!

*****

Notstandsgesetz
Falls Artikel 3 einmal nicht zutreffen sollte:
Et hätt noch schlimmer kumme künne.

Wohlstandsgesetz
Sei weder neidisch noch missgünstig!
Mer muss och jünne könne!

*****

Prof. Kruse: „Acht Regeln für den totalen Stillstand im Unternehmen“

Durchaus humoristisch aber verdammt nah dran an der Realität. Hier kommt mein „Lieblingsprofessor“: Peter Kruse aus Bremen, Neurowissenschaftler und Organisationspsychologe, Unternehmer und Berater.
Hören Sie sich mal an, was er zu sagen hat.

Ich hatte vor einigen Jahren zwei Mal die Gelegenheit, diese Rede Kruses live zu erleben. Das war wie Maschinengewehrfeuer am Feierabend… und dabei war man doch mit bester Absicht gekommen….
Das liegt einerseits am Redetempo Kruses, der Dichte seiner Ausführungen und der Bestechenden Logik der Argumente wie auch der Experimente, die er live mit seinem Publikum durchführt.
Also empfehlenswert. Das dazugehörige Buch ist nun auch schon ein paar Jahre alt, fast schon ein Klassiker in der Change Management Literatur und hat viele spannende Facetten zu bieten.
Peter Kruse: next practice. Erfolgreiches Management von Instabilität

„Die Menschen mitnehmen“

Hier ein kleiner Beitrag von Edgar K. Geffroy aus YouTube für Sie. Geffroy ist ein professioneller Redner, den man öfter auf Kongressen sieht und den man als Keynote Speaker auch für seine Konferenzen engagieren kann, etwa über die Stuttgarter Redneragentur „Speakers Excellence“.

Nach 1:40 kommt Geffroy auf den Punkt: „Man muss die Menschen mitnehmen“


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Michael Kucht von changekomm

Michael Kucht begleitet seit vielen Jahren Strategie- und Changeprozesse. In diesem Blog teilt er Beobachtungen, Wissen und Erfahrungen.
Change Kommunikation ist ein interdisziplinärer Ansatz, verstanden als Fortsetzung der Internen Kommunikation und Führungskommunikation mit den Mitteln des Change Managements.

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